Erstellt am 14. April 2017, 11:11

von Redaktion noen.at

Nach Schwangerschaft nicht weiterbeschäftigt: Klage!. Frau für Dienstpläne für kommende Monate eingeteilt, nach Schwangerschaft plötzlich Vertrag nicht verlängert - Arbeiterkammer half und holte 14.700 Euro für junge Wissenschafterin!

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Einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin aus dem Industrieviertel wurde vom Arbeitgeber, einer bekannten Bildungseinrichtung, zugesichert, dass sie nach Ende ihrer Befristung „übernommen“ wird. Dies änderte sich schlagartig, als die 29-Jährige dem Dienstgeber zeitgerecht ihre Schwanger­schaft bekannt gab. 

"Wir gingen für die Frau vor Gericht und klagten auf Feststellung eines unbefristeten Dienstverhältnisses", so NÖ Arbeiterkammer-Präsident und ÖGB-NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. 

Vereinbarte Dienstpläne vorgelegt

Die junge Wissenschafterin, deren befristeter Dienstvertrag bis Ende Jänner 2016 gelaufen wäre, wurde bereits im Frühsommer 2015 für Seminare und die Betreuung von Dissertationen für das Sommersemester 2016 eingeteilt. Entsprechende Dienstpläne konnten von der Dienstnehmerin auch vor Gericht vorgelegt werden und waren ein wichtiger Beleg in der Causa.

Auch wurde ihr mündlich immer versichert, dass es sich bei der Übernahme in ein unbefristetes Dienstverhältnis nur um eine „reine Formsache“ handeln würde. Ab Meldung der Schwangerschaft wollte der Dienstgeber von seiner Zusage nichts mehr wissen. „Das ist eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, weil der Dienstvertrag wegen der Schwangerschaft nicht verlängert wurde“, so Arbeitsrechts-Expertin Katharina Samsinger von der Arbeiterkammer.

Um den Anspruch auf das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld nicht zu verlieren, wurde seitens der AK Niederösterreich im Rahmen des kostenlosen Rechtsschutzes auf Feststellung des unbefristeten Dienstverhältnisses geklagt. Im außergerichtlichen Vergleich erhielt die Dienstnehmerin schließlich eine Zahlung von 14.701,33 Euro netto.

Exakte Dokumentation sehr wichtig

„Da in solchen Fällen die Dienstnehmerin die Beweise vorlegen muss, ist es enorm wichtig, alles zu dokumentieren und bei Unklarheiten die Beratung bei der Arbeiterkammer aufzusuchen. Je eher die Betroffenen mit unseren Experten Kontakt aufnehmen, desto eher können wir helfen und alle weiteren Schritte abklären“, so Wieser.

Beratungstipp

Damit werdende Mütter und Väter über alle Fragen ihrer kommenden Elternschaft – speziell zu den Neuerungen bei Kinderbetreuungsgeld - informiert sind, bietet die AK Niederösterreich gemeinsam mit der NÖ Gebietskrankenkasse unter dem Titel „Ein Kind kommt“ vom 18.-27. April 2017 in allen niederösterreichischen Bezirken kostenlose Informationsveranstaltungen an. Den Veranstaltungs­kalender und mehr Informationen finden Sie auf www.noegkk.at sowie noe.arbeiterkammer.at.