Erstellt am 25. April 2017, 00:17

von Walter Fahrnberger

Winzer kamen mit blauem Auge davon. Schäden bei Wein- und Obstbauern in NÖ nur punktuell. Vorsichtsmaßnahmen halfen.

Das Räuchern im Weingut Dopler bei Tattendorf in der Thermenregion hat schlimmere Frostschäden verhindert. Niederösterreich kam insgesamt mit einem blauen Auge davon.  |  Sonja Dopler

Großes Zittern war bei den heimischen Wein- und Obstbauern vergangene Woche in der Nacht von Donnerstag auf Freitag angesagt. Der vorhergesagte Frost und die damit einhergehende Gefahr von Ernteausfällen durch Kälteschäden lagen in der Luft. Als Vorsichtsmaßnahmen wurden Paraffinkerzen vorbereitet. Die österreichweiten Lagerbestände waren leergekauft.

Außerdem wurden unzählige Strohballen ausgelegt, um diese bei Minustemperaturen zu entzünden. Durch das Räuchern kann die Umgebungstemperatur um wenige Grade erwärmt werden. „Ab einer Außentemperatur von minus vier Grad und darunter hilft dann ohnehin nichts mehr“, sagt Barbara Öhlzelt vom gleichnamigen Weingut in Zöbing. Dort im Kamptal ist so wie in weiten Teilen von Niederösterreich die extreme Kälte zum Glück ausgeblieben.

In der Umgebung von Langenlois mussten die Strohballen nicht einmal entzündet werden. Anders in der Wachau. „Die Nacht war anfangs nicht so dramatisch. Bis fünf Uhr hatte es um die zwei Grad. Dann ist es allerdings rapide kälter geworden, um sechs Uhr hatte es schon minus zwei Grad“, so Franz Reisinger, Obmann vom Verein „Original Wachauer Marille“. Er selbst hat in seinen Marillengärten einen gasbetriebenen Ventilator verwendet. Ob Schäden entstanden sind, konnte er noch nicht sagen.

Sogar Hubschrauber waren im Einsatz

Auch in der Thermenregion waren in dieser Nacht sämtliche Winzer auf den Beinen. Dort wurden sogar Hubschrauber eingesetzt, um wärmere Luftschichten nach unten zu drücken. Auch Rauchschwaden wurden erzeugt. Innerhalb derer kam man mit einem blauen Auge davon. Außerhalb, etwa am Waldesrand bei Sooß, sind 50 % Ernteeinbußen zu erwarten.

Insgesamt beziffert die Österreichische Hagelversicherung die Frostschäden der Vorwoche in Österreich mit über 50 Mio. Euro. Am meisten betroffen waren das Südburgenland, die Steiermark und Kärnten. Niederösterreich hat es punktuell erwischt. Aber das Wetter wird in dieser Woche alles andere als frühlingshaft. Noch heißt es weiter Zittern bei den Obstbauern. Und das nicht nur vor der Kälte.