Erstellt am 17. August 2016, 07:13

von Claudia Stöcklöcker

Despot: „I blas’ dir den Schädel weg“. 62-Jähriger bedrohte seine Lebensgefährtin, weil sie sich angeblich nicht ausreichend um ihn gekümmert hatte.

Drohung ist Drohung, egal, ob es dabei ums Erschlagen oder ums Erschießen geht, wie ein 62-Jähriger jetzt weiß.  |  NOEN, Wodicka

„Ich bin nur der Depperte, ich darf nur zahlen“, wettert ein 62-Jähriger im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Dass er seine Lebensgefährtin mit dem Umbringen bedroht hat, gibt er nicht zu.

„Ich erschlage dich. Und dann sage ich, dass ich in einer Gemütsbewegung war. Dann bekomm’ ich nur ein paar Jahre dafür“, soll der Pensionist aus dem Bezirk Amstetten zu seiner Lebensgefährtin gesagt haben.

„Stimmt nicht. ,I blas dir mit der Winchester eine in den Schädl und du bist weg!‘, hab’ ich gesagt. Das ist etwas Anderes. Es ist ein Unterschied, ob ich sie erschlag’ oder wegblas’. Und ich hab’ mich auch sofort dafür bei ihr entschuldigt“, erklärt er nun vorm Richter.

Und sagt weiters: „Aus Mitleid hab’ ich sie aufgenommen, hab’ ihr mein Haus geschenkt, unter der Bedingung, dass sie für mich sorgt, wenn ich alt bin. Und dann war sie weg, hat gesagt, dass sie Auszeit braucht. Seit sieben Wochen kann ich jetzt selber staubsaugen und den Rasen mähen. Das seh’ ich nicht ein!“

Opfer: Ich traue mich nicht mehr heim

Angst habe das Opfer vor dem Despoten. „Er ist so brutal geworden. Ich traue mich nicht mehr heim“, erklärt die 54-Jährige leise.

Das letzte Wort des Angeklagten: „Die lügt ja permanent.“

Der Richter macht kurzen Prozess. Er verhängt über den bislang Unbescholtenen wegen gefährlicher Drohung drei Monate auf Bewährung (nicht rechtskräftig).

„Ob Erschlagen oder Wegblasen, es macht keinen Unterschied. Der Angeklagte hat mit einer Körperverletzung gedroht, somit ist der Tatbestand erfüllt“, begründet er das Urteil.