Erstellt am 18. Juli 2017, 05:25

von Jutta Hahslinger

Geldfälscher von Dealer geschnappt. 22-Jähriger wollte Falschgeld einem mutmaßlichen Dealer unterschieben. Aber der reagierte anders als erwartet.

Mit falschen 50-Euro-Scheinen wollte ein junger Mann seiner Geldnot entrinnen. Und landete vor Gericht.  |  www.wodicka.com

Angeheuert als Geldwechsler, machte sich ein 22-Jähriger mit gefälschten Banknoten auf den Weg. Der Wiener wollte sein Glück in keinem Geschäft versuchen, da er wusste, dass ein ebenfalls angeheuerter Kollege weder in einer Schwechater Trafik noch in einer Pizzeria die Blüten an den Mann gebracht hatte. Er zückte die falsche 50-Euro-Note bei einem mutmaßlichen Drogenverkäufer. Der erkannte aber auf Anhieb die Blüte und reagierte ganz unerwartet für den 22-Jährigen: Er packte ihn und lieferte ihn bei der Polizei ab.

„Ich war baff. Ausgerechnet ein Dealer hat mich auffliegen lassen“, entschlüpft dem sichtlich noch immer fassungslosen 22-Jährigen vor Gericht. „Ja, dumm gelaufen. Bei der Polizei präsentierte sich der Mann als rechtschaffener Bürger, dem Sie eine Blüte andrehen wollten. Dass er mit Drogen dealt, stellte er in Abrede“, entgegnet der Richter und bringt es auf den Punkt: „Sie waren mit Blüten unterwegs.“

„Ja, ich brauchte dringend Geld und ich stellte es mir einfach vor. Man drückte mir in Schwechat Scheine in die Hand, ich sollte was kaufen und hätte das Restgeld abliefern sollen.“

„Dass Sie eine Straftat begehen, daran haben Sie keinen Gedanken verschwendet, ist Ihnen nicht einmal in den Sinn gekommen“, sagt der Richter und verhängt über den 22-Jährigen wegen Weitergabe und Besitzes nachgemachten Geldes eine achtmonatige Bewährungsstrafe. Nicht rechtskräftig.