Erstellt am 30. August 2016, 06:36

von Jutta Hahslinger

Masseur übertrat erlaubte Grenze. Fehleinschätzung mit Folgen: Signale will flirtfreudiger Masseur von Kundin (25) empfangen haben und wurde übergriffig.

Der Masseur aus dem Weinviertel ging bei seiner Arbeit zu weit und wurde noch nicht rechtskräftig zu fünf Monaten auf Bewährung verurteilt.  |  NOEN, Cortes/Shutterstock

„Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass eine Frau auf ein sexuelles Abenteuer aus ist, wenn ihr Kind daneben sitzt und isst“, kommentiert Richter Helmut Neumar die Schilderung und leugnende Verantwortung des Beschuldigten.

Der 40-Jährige aus dem Bezirk Gänserndorf, der im Vorjahr seine Arbeit als Pizza-Bote beendete und ins Gesundheitswesen als Masseur wechselte, will kein Vergewaltiger sein. Er will eindeutige Signale von der Kundin (25) mit Rückenschmerzen und verspanntem Nacken empfangen haben: „Normale Signale zwischen Mann und Frau. Ich habe ihr Komplimente gemacht. Wir kannten uns schon, als ich noch Pizza-Bote war und schon da haben wir geflirtet. Ich habe ihr den Rücken massiert und sie einige Male zart geküsst. Sie hat nichts gesagt und ich war überzeugt, sie will mehr“, schildert der 40-Jährige.

„Sie hat nichts gesagt und ich war überzeugt, sie will mehr.“

Der Masseur (40) wehrte sich gegen den Vorwurf der Vergewaltigung.

Als er die Massage intensivierte und in die Intimzone vordrang, stoppte die empörte Kundin den übergriffigen Möchtegern-Casanova. Geschockt erstattete sie Anzeige und der 40-Jährige wanderte wegen Vergewaltigung auf die Anklagebank.

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren sah der Schöffensenat in der Sexattacke des 40-Jährigen keine Vergewaltigung, sondern ein Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung und verhängte über den bislang unbescholtenen Weinviertler fünf Monate auf Bewährung.

Dem Massage-Opfer wurden 300 Schmerzensgeld zugesprochen. Nicht rechtskräftig.