Erstellt am 21. September 2015, 10:57

von Walter Fahrnberger

Huber-Erbe verteilt. Zwei Jahre nach dem Amoklauf von Alois Huber ist sein Besitz verkauft, die Gläubiger sind bedient.

Der Wilderer Alois H. tötete bei einem Amoklauf im September vier Menschen. Danach verschanzte er sich in seinem Haus bei Melk und tötete sich selbst. Beim Durchsuchen des Anwesens wurde mit einem Panzer ein Loch in das Haus geschlagen. Alios H. konne bei den anschließenden Ermittlungen für viele weitere Straftaten verantwortlich gemacht werden.  |  NOEN, Paul Plutsch (www.fotoplutsch.at)

Im Konkursverfahren über die Verlassenschaft des Wilderers Alois Huber aus Großpriel im Bezirk Melk waren insgesamt 6,9 Mio. Euro an Forderungen angemeldet. 5,2 Mio. Euro davon hat Masseverwalter Johann Huber anerkannt.

Demgegenüber standen Erlöse aus der Verlassenschaft des Vierfach-Mörders von knapp 580.000 Euro. Der Melker Masseverwalter Johann Huber hat außer der Villa samt angrenzendem Bauernhof der Eltern und 40.000 m² Grund an den anonymen Käufer auch die Äcker an einen Landwirt aus der Region verkauft und damit insgesamt einen Erlös von 428.500 Euro erzielt. „Ich bin froh, dass der Käufer aus der Region kommt und dass er die Eltern von Alois Huber respektiert, damit auch ihr lebenslanges Wohnrecht gewahrt bleibt“, betont Masseverwalter Johann Huber. Fuhrpark und Inventar etc. haben weitere 150.000 Euro eingebracht.

5.000 bis 12.000 Euro für Hinterbliebene

Das Vermögen wurde zum Abschluss des Konkursverfahrens vor wenigen Wochen auf die 37 Gläubiger verteilt. Jeder von ihnen wurde mit 8,8 Prozent der Forderungen gleich bewertet. „Die Quote ist an sich sehr hoch“, betont Johann Huber. Mit dem Bund, nach Forderungen von über 2 Mio. Euro (für Witwen- und Waisenpensionen für die Hinterbliebenen etc.) der größte Gläubiger, wurde ein Vergleich erzielt.

Die hinterbliebenen Familien der vier Opfer erhielten jeweils zwischen 5.000 bis 12.000 Euro aus der Konkursmasse. Sie wurden jedoch bereits auch durch finanzielle Hilfe des Bundes – 109.000 Euro für jeden im Dienst zu Tode gekommenen Polizeibeamten – unterstützt.

Am vergangenen Donnerstag, dem zweiten Jahrestag des Amoklaufes, fand in Annaberg im Bezirk Lilienfeld eine Gedenkfeier unter dem Motto „Ihr seid unvergessen“ statt.