Erstellt am 03. Mai 2016, 07:24

von Gila Wohlmann

Illegaler Sex störte die Kunden nicht. Übers Web und Inserate bieten Damen Dienste an. Viele sind nicht angemeldet.

 |  NOEN, BilderBox.com / Erwin Wodicka (www.bilderbox.com)

Die Geheimprostitution nimmt zu. Erst letzte Woche flog eine 29-Jährige in Traisen nach einer Polizeirazzia auf. Mitten in einer Mehrparteienhausanlage lockte sie Kunden per Internetwerbung an und geizte nicht mit ihrem umfassenden Angebot an Liebesdiensten. Und die Freier ließen auch nicht lange auf sich warten. Der Haken an der Sache: Die 29-Jährige übte ihre Liebesdienste illegal aus. Sie nahm keine vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchungen vor und hatte ihr Gewerbe auch nicht angemeldet. Dennoch: Das scheint die Männer nicht gestört zu haben, oder sie wussten gar nicht darüber Bescheid.

Die junge Frau ist jedoch nur eine von vielen, die so agieren. „Ein Grund des Anstiegs der illegalen Prostitution ist sicher die Anbahnung mittels Internet sowie die Ausübung in Wohnungen oder Hotels. Somit ist eine gewisse Anonymität gegeben“, weiß Wolfgang Kunter vom Ermittlungsbereich Menschenhandel im Landeskriminalamt. Auch wenn so ein Kontakt manchmal billiger und „diskreter“ erscheint, kann er mitunter für den Freier – zumindest gesundheitliche – Folgen haben. „Diese Damen gehen zu keinem Arzt, verfügen über keinen ,Deckel‘ und sind somit nirgends registriert“, gibt der Rotlichtermittler zu bedenken.

Genau so war es im Fall der Traisnerin. Über verschiedenste Erotikforen und Hostessen-Websites bot die Frau, die sich als „Vollweib“ bezeichnet, ihre Dienste an. In einschlägigen Foren erhielt die derzeit arbeitslose Bürokauffrau von ihren Freiern durchaus sehr gute „Kundenbewertungen“.

Fast ausschließlich Österreicherinnen

Ihrem Treiben ging sie an den gewünschten Orten der Freier nach, in ihrer Wohnung oder begleitete sie in Swingerclubs. Sie ist geständig und wird nach dem Prostitutionsgesetz angezeigt. „Auffällig ist, dass es sich bei den ,Täterinnen‘ fast ausschließlich um österreichische Staatsbürgerinnen handelt. Durch die Anbahnung im Internet und in einschlägigen Printmedien wird die polizeiliche Verfolgung und Ausforschung erschwert. Nur vereinzelt langen Hinweise aus der Bevölkerung ein. Ein Erfolg tritt meistens nur durch längeres und aufwändiges Ermitteln ein“, sagt Ermittler Kunter.