Erstellt am 02. März 2016, 05:19

von Eva Hinterer

Starker Zustrom. Christopher Bachtrog vom Roten Kreuz NÖ ist an der griechisch-mazedonischen Grenze im Einsatz.

Christopher Bachtrog  |  NOEN, ÖRK

NÖN: Sie sind vier Wochen lang im Flüchtlings-Einsatz in Griechenland, wie ist die Situation?

Christopher Bachtrog: Derzeit (Freitag, 26. 2., Anm.) sitzen hier in Idomeni 4.200 Menschen fest, weitere sind unterwegs, der Zustrom ist sehr stark. Zusätzlich werden nur mehr kleine Gruppen an der Grenze durchgelassen, gestern waren es nur 200. Gerade wurde ein Camp in Thessaloniki errichtet, wo viele Flüchtlinge aufgefangen werden. Und weitere Camps im Norden sollen folgen.

In welcher Verfassung sind die Flüchtlinge?

Bachtrog: Die humanitäre Situation ist nicht gut, die Menschen sind psychisch und physisch in einer schlechten Verfassung. Es herrschen Unsicherheit, Verzweiflung und Resignation. Niemand weiß, wie es weitergeht. Körperlich sind die Menschen ermüdet, sie sind einen sehr weiten Weg hierher gekommen, sie sind oft erkältet und viele haben Fußverletzungen.

Aus welchen Ländern kommen die meisten Flüchtlinge?

Bachtrog: Der Großteil sind Syrer und Iraker. Afghanen kommen nur mehr wenige, weil die wegen des Einreisestopps gleich nach Athen gebracht werden.

Worin besteht Ihre Aufgabe?

Bachtrog: Ich helfe bei der Koordination mit dem griechischen Roten Kreuz und anderen Organisationen, bei der Logistik und der Verteilung von Hilfsgütern. Auch ein Team des ungarischen Roten Kreuzes ist hier. Aus Österreich bin ich der Einzige.

Spüren Sie als Österreicher den Zwist mit Griechenland?

Bachtrog: Ich habe davon in den Nachrichten gehört, aber sonst spüre ich das nicht.