Erstellt am 19. April 2016, 06:04

von NÖN Redaktion

Kindern Sicherheit geben. Sandra Pitzl, Leiterin des AKUTteams NÖ über Kinder am Unfallort.

Sandra Pitzl  |  NOEN, LAK NÖ

NÖN: Wie reagieren Kinder im Unterschied zu Erwachsenen bei Verkehrsunfällen?

Sandra Pitzl: Unfälle sind für Kinder eine Lebenserfahrung, die sie in ihren aktuellen Bewältigungsmöglichkeiten massiv überfordern können. Starke Sinneseindrücke wie z. B. Schreie, Schmerzen, Blut etc. können sie überfordern. Kinder verfügen aufgrund ihres geringeren Erfahrungsschatzes über weniger Möglichkeiten als Erwachsene, diese belastenden Wahrnehmungen zu bewältigen.

Wie kann man dem Unfallopfer Kind am besten helfen?

Pitzl: Das wichtigste Ziel ist, für Sicherheit zu sorgen. Das heißt, sie, wenn möglich, vom Unfallort weg an einen ruhigen und geschützten Ort, z.B. in ein Rettungsauto, zu bringen. Dies im besten Fall in Begleitung von Bezugspersonen wie den Eltern, die in dieser Situation Sicherheit geben können. Weiters ist Aufklärung über das Geschehene wichtig. Auch vertraute Spielsachen wie z. B. Kuscheltiere können dem Kind Halt geben.

Was geht in einem Kind vor, wenn Eltern verletzt werden?

Pitzl: Wenn Kinder ihre Eltern als hilflos erleben, stellt das für sie oft eine massive Bedrohung dar. Auch hier sind eine kindgerechte Information über notwendige Erste-Hilfe-Maßnahmen unerlässlich, das Kind muss Vertrauen in die Helfer haben, dass sie der Mama oder dem Papa bestmöglichst helfen. Günstig wäre es, Kinder von ihren Eltern nicht zu trennen. Das Kind sollte auch nicht dazu gedrängt werden, jetzt„stark und tapfer“ zu sein, sondern es ist okay, wenn es jetzt traurig ist. Aber es ist nicht alleine und es wird alles versucht, dass die Eltern bald wieder gesund sind.