Erstellt am 09. August 2016, 06:52

von Gila Wohlmann

„Wir machen das Kind sichtbar!“. Neue Broschüre klärt auf, wie man Probleme mit Polizei vermeiden kann.

Gabriela Peterschofsky-Orange leitet seit 25 Jahren die Kinder- und Jugendanwaltschaft.  |  NOEN, Kronenzeitung/ Tomschi

Alle Kinder haben Rechte! So lautet der Leitsatz der Kinder- und Jugendanwaltschaft NÖ (kija). „Die Realität sieht oft bedauerlicherweise anders aus“, weiß deren Leiterin, Gabriela Peterschofsky-Orange.

Die Einrichtung im Landhausviertel in St. Pölten sieht sich als Beratungsstelle für Familien. Sie basiert auf der UN-Kinderrechtskonvention mit deren Grundsäulen Prävention, Schutz von Kindern sowie deren Recht auf Teilhabe und Mitbestimmung.

Was muss ich? Darf ich? Soll ich?

Doch Kinder haben auch Pflichten und auch diese zu vermitteln, sieht Peterschofsky ebenfalls als Aufgabe der kija. Mit der neuen Broschüre „Was muss ich? Darf ich? Soll ich?“ sollen Kinder und Jugendliche über ihre Rechte und Pflichten im Umgang mit der Polizei informiert werden.

„Darin werden Begriffe wie Identitätsfeststellung erklärt oder auch, wann und wie eine Hausdurchsuchung stattfinden darf; ebenso was ,Sicherstellung‘ bedeutet“, erklärt sie. Weitere Themen: Wie man sich bei einer Festnahme oder Einvernahme verhält oder was man am besten tun kann, wenn man in Konflikt mit der Polizei gerät.

Das Arbeitsgebiet der kija ist groß, umfasst das Recht auf Schutz vor Gewalt, auf Chancengleichheit, Gesundheit und freie Meinungsäußerung, das Recht auf Freizeit und Spiel sowie den Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung.

Vor 25 Jahren gegründet

Die Kinderrechte sind Basis der Arbeit der kija: Sie wurde vor 25 Jahren parallel zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention als weisungsunabhängige Einrichtung des Landes installiert. Alle zwei Jahre muss dem Land ein Tätigkeitsbericht vorgelegt werden. „Vor allem bei Trennung und Sorgerechtsstreitigkeiten wird oft auf das Kind vergessen“, weiß Peterschofsky-Orange. Hier ist dann Fingerspitzengefühl in der Beratung gefragt, denn „die Klienten kommen mit ihrer subjektiven Sichtweise. Unsere Aufgabe ist es, diese zu objektivieren. Wir machen das Wichtigste – das Kind – wieder sichtbar!“

Die Beratung bei der kija ist kostenlos und auf Wunsch anonym: www.kija-noe.at