Krems

Erstellt am 17. August 2016, 06:04

von Udo Sagl

Wirbel um Anstaltsleiter. Personalvertretung möchte Anstaltsleiter Sladek Hilfskraft zur Seite stellen.

Die Haftanstalt Stein in Krems.  |  NOEN, Erich MARSCHIK

Um Anstaltsleiter Bruno Sladek bahnen sich Streitigkeiten an: Die Personalvertretung um Roman Söllner von der FPÖ-nahen Gewerkschaftsfraktion AUF versucht mit einem Antrag beim Zentralausschuss der Justizgewerkschaft, „dem Anstaltsleiter eine Hilfskraft in Form eines Rechtsgelehrten oder ehemaligen Anstaltsleiters“ beiseitezustellen.

Hintergrund des Antrags seien „zweifelhafte Vorfälle“ in der Justizanstalt, beispielsweise die Genehmigung von Reizwäsche für einen Häftling oder die „Botoxaffäre“ (im Dezember 2014 wurde ein Arzt freigestellt, der in Stein Botoxbehandlungen durchgeführt haben soll).

„Der Anstaltsleiter ist ganz einfach in die Pflicht zu nehmen. Er hätte die Vorfälle in den Griff kriegen müssen“, so Söllner. „Aber erst die Diensteinteilung von Justizbeamten aus anderen Haftanstalten und unzählige Mehrdienstleistungen der eigenen Belegschaft haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Das ging auch auf Kosten des Steuerzahlers!“

Sladek: Wäre eine Entmündigung

Sollte dem Antrag zugestimmt werden, entscheidet die oberste Dienstbehörde als letzte Instanz, ob Sladek eine „Hilfskraft“ zur Seite gestellt wird.

Sladek selbst will zu dem Antrag, der bereits beim Zentralausschuss eingelangt ist, keine Stellungnahme abgeben. Nur so viel: „Sollten alle Instanzen dem Antrag zustimmen, wäre das eine Entmündigung!“