Erstellt am 02. August 2016, 06:26

von Claudia Stöcklöcker

„Jede dieser Dateien ist Kindesmissbrauch“. 23-Jähriger sitzt zum zweiten Mal wegen des Besitzes von verbotenem Bildmaterial vor Gericht. Bedingte Strafe.

Wegen Videos und Bildern missbrauchter Kinder stand ein St. Pöltner vor Gericht.  |  NOEN

„Jede dieser Dateien ist Missbrauch eines Kindes. Und Menschen wie Sie haben das zu verantworten“, wettert Richterin Andrea Humer. Vor ihr sitzt ein 23-jähriger St. Pöltner, dem pornografische Darstellung Minderjähriger vorgeworfen wird.

Für das Gericht ist der Mann kein Unbekannter. Eine einschlägige Vorstrafe hat er bereits zu Buche stehen. Im Sommer 2015 entdeckten Ermittler dann auf seinem PC und Handy wieder Verbotenes. „Beim ersten Mal wurden über 1.000 solcher Dateien gefunden, jetzt sind es 30 Videos und acht Fotos. Wie kommt es dazu“, will die Vize-Gerichtspräsidentin wissen. „Ich kann es nicht sagen“, antwortet der St. Pöltner. Ob er schon Beziehungen zu Frauen hatte? „Nichts Langfristiges.“

"Nächstes Mal wandern Sie hinter Gitter"

Richterin

Die Abscheulichkeiten habe ihm ein Chat-Teilnehmer aus dem Internet unaufgefordert geschickt. „Mit dem habe ich mich gut verstanden“, erklärt der Angeklagte. Ob er auch im wirklichen Leben Freunde hat? „Nur eine gute Bekannte und meine Eltern“, erzählt er.

Der 23-Jährige kommt mit sechs Monaten bedingt davon (nicht rechtskräftig). Therapie und ein Bewährungshelfer sollen ihn auf den rechten Weg bringen. Die Richterin: „Eine Chance gebe ich noch, weil ich meine, dass eine unbedingte Freiheitsstrafe den Angeklagten restlos den Halt verlieren lässt.“ Sie warnt aber: „Nächstes Mal wandern Sie hinter Gitter. Und gerade für Täter wie Sie ist das Gefängnis kein Honiglecken, das versichere ich Ihnen.“