Erstellt am 12. Februar 2016, 12:02

von Eva Hinterer

Landesfeuerwehr legt Bilanz 2015 vor. Im Landhaus präsentierten Landeshauptmann Erwin Pröll und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner die Einsatzbilanz des vergangenen Jahres.

»Die Feuerwehren sind ein stabilisierender Faktor in der Gesellschaft«, sagt Landeshauptmann Erwin Pröll bei der Bilanzpräsentation mit Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Foto: NLK  |  NOEN, NLK Johann Pfeiffer

65.262 Einsätze, 1043 Menschen das Leben gerettet. 154 Waldbrände gelöscht, 128 Prozent mehr Wasserversorgungen erledigt, zu 4210 Bränden ausgerückt und zu 9043 Verkehrsunfällen. Das haben die Freiwilligen Feuerwehren in NÖ im vergangenen Jahr geleistet.

Sie sind damit im Schnitt alle acht Minuten zu einem Einsatz ausgerückt, haben 7,9 Millionen freiwilliger Arbeitsstunden geleistet und damit dem Steuerzahler 158 Millionen Euro erspart. „Wenn man den Stundensatz mit 20 Euro ansetzt“, wie Landeshauptmann Pröll festhält.

Schwerpunkt 2015: Der Hitzesommer

Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner nennt als Schwerpunkt der Arbeit 2015 die Waldbrände des Hitzesommers. Um sogleich neue Projekte anzusprechen: So seien 2015 zwei Führungsunterstützungs-Container angeschafft worden. Mobile Kommandostationen, die die Logistik bei Großeinsätzen erheblich erleichtern.

Aus Mitteln des Katastrophenfonds wurden mobile Tankstellen finanziert, um Notstromaggregate zu betreiben. In Tulln, dem Sitz der Landesfeuerwehrschule, wurde eine zentrale Atemschutzwerkstätte geschaffen. Hier werden die Atemschutzgeräte überprüft und repariert – rund 9.000 davon gibt es in NÖ.

„Unsere Lebensversicherung“, wie Fahrafellner sagt. Für den weiteren Ausbau dieser Werkstätte – technisch und personell, hat das Land NÖ bereits Unterstützung zugesagt.

Prognosen für die Feuerwehr

Ein aktuelles Projekt ist die Kooperation mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): sie soll den Feuerwehren künftig Wetterprognosen für Extremsituationen liefern.

Was die Ausbildung betrifft: sie wird auf Wunsch vieler Kommandanten gestrafft. Man müsse die Module, so Fahrafellner, an das sinkende Zeitbudget der Freiwilligen anpassen. Das betrifft vor allem die Grundausbildung: „Uns dürfen die Indianer nicht ausgehen“, sagt Fahrafellner.

Nach der Wahl des Landesfeuerwehrkommandanten im April wird ein neuer Ausbildungsausschuss ein neues Ausbildungskonzept vorlegen.

8.500 Frauen und acht Kommandantinnen

Stolz ist der Kommandant auf die steigende Zahl von Frauen bei der Feuerwehr: rund 8.500 gibt es aktuell (bei insgesamt 97.500 Feuerwehrleuten), davon acht in Kommandoposition (bei 1.719 Feuerwehren).

Lobend erwähnt Fahrafellner die aktuelle Nachwuchs-Aktion „Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr“, bei der Schüler der 3. und 4. Volksschulklassen in Katastrophenvorsorge geschult werden. Das Projekt laufe „sehr gut“.