Erstellt am 24. April 2018, 01:15

von Eva Hinterer

Die Zivilschützer funken jetzt auch . Wetterbedingte Naturgefahren als Thema und Kooperation mit Amateurfunkern.

Amateurfunker können autark kommunizieren und sind daher „kongeniale Partner“ für Zivilschützer.  |  Aubord Dulac/Shutterstock.com

Am vergangenen Montag folgten 300 Gäste der Einladung des NÖ Zivilschutzverbandes NÖZSV zur jährlichen Konferenz ins Landhaus. „Wetterbedingte Naturgefahren“ wurden als Schwerpunktthema für 2018 ausgegeben. Und der Verband hat sich schon vorab an die praktische Umsetzung gemacht: Dafür wurde ein Partnerschaftsvertrag mit dem „Österreichischen Versuchssendeverband“ ÖVSV übergeben.

Hinter der sperrigen Bezeichnung verbergen sich die Amateurfunker. Was das Funken mit dem Zivilschutz zu tun hat, erklärt NÖZSV-Geschäftsführer Thomas Hauser: „Wir haben bei der Eiskatastrophe 2014 im Waldviertel gesehen, wie es ist, wenn die Kommunikation komplett ausfällt, wenn es kein Netz mehr gibt und kein Handy funktioniert. Die Funkamateure aber hatten ein Netz, das vor allem autark, etwa mit einer Autobatterie, betrieben werden kann. Und sie sind auch untereinander sehr gut vernetzt. Damit sind sie für den Zivilschutz ein kongenialer Partner.“

"Für den Amateurfunk ist eine Basisprüfung im Ministerium vorgesehen"

So möchte der NÖZSV künftig sowohl Amateurfunker als Freiwillige rekrutieren als auch dafür sorgen, dass „NÖZSV-Leute in die Funkerriege hineinrutschen“, wie es Hauser formuliert. In der Zivilschutzschule in Tulln sollen dazu Funker-Kurse angeboten werden.

Dafür wird auch Florian Zwingl zuständig sein, er ist passionierter Funker. „Für den Amateurfunk ist eine Basisprüfung im Ministerium vorgesehen, darauf bereiten wir die Kursteilnehmer vor.“ Grundsätzlich seien Menschen mit geringem technischen Verständnis oder Vorwissen genau seine Zielgruppe, lächelt er. Was die Amateurfunker auch können, ist in entlegenen Gebieten WLAN-Netze aufzubauen. „Da kann man auch Bilder und Videos schicken, was bei Katastrophen wichtig sein kann“, sagt Zwingl.