Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:43

von Jutta Hahslinger

Langjähriges Gspusi erkämpfte sich Ehe. "Das darf net wahr sein!" Die einzigen Worte eines Waldviertlers, als tobende Geliebte im Hof neben der Angetrauten stand.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka

"Nach fünf Jahren Beziehung und einem gemeinsamen Hauskauf war der Punkt gekommen. Ich wollte Klarheit“, schildert die 53-jährige Beamtin aus dem Bezirk Krems vor Gericht. Und da habe sie halt eine Aussprache gefordert, um ihren Beziehungsstatus zu klären.

Ein Ende mit Schrecken für die 49-jährige Ehefrau: „Es klingelte und ich öffnete das Tor. Eine mir unbekannte Frau drängelte sich gewaltsam an mir vorbei und stürmte in den Hof, nach meinem Ehemann schreiend“, schildert die Waldviertlerin im Zeugenstand. Der Gatte sei der lautstarken Forderung „Komm runter!“ sichtlich unwillig nachgekommen und habe immer nur „Das darf nicht wahr sein!“ gemurmelt, schildert die Ehefrau. Und da sei es ihr wie Schuppen von den Augen gefallen: „Ich wusste von einem Verhältnis. Aber mein Mann hat mir Stein und Bein geschworen, das es längst vorbei ist.“ Dass dem nicht so war, habe sie ja dann erfahren, seufzt die Betrogene und mittlerweile geschiedene Waldviertlerin.

Mann hält sich zurück

„Was hat der Mann in der heiklen Situation gesagt?“, will Richterin Monika Fasching-Lattus von den Damen wissen. „Nicht viel“, kommt es unisono und dabei belässt es der 44-Jährige auch vor Gericht. Er entschlägt sich der Aussage und verfolgt das Prozessgeschehen aus sicherer Distanz in der letzten Sitzbankreihe.

Denn dass es mit einer aufgebrachten Geliebten nicht gut Kirschen essen ist, zeigte die 53-Jährige beim Abgang: Wild um sich schlagend, als das Hoftor nicht gleich aufging, bekam die Ehefrau noch einige Schwinger der Tobenden ab und trug blaue Flecken und Kratzspuren davon. Dafür steht die Ex-Geliebte und jetzige, frischangetraute Ehefrau auch ein, beteuert aber: „Das war nicht geplant. Ich wollte eine friedliche Aussprache.“ Sie akzeptiert aber eine Geldbuße von 2.500 Euro wegen Körperverletzung und 500 Euro Schmerzensgeld für das Opfer.