Erstellt am 02. August 2016, 08:59

"Gewaltbereitschaft steigt". Markus Schwaiger ist Ausbildungsleiter bei der Akademie Eurodet, die Wachpersonal schult.

Markus Schwaiger  |  NOEN, privat

NÖN: Sind die Menschen gewaltbereiter als vor einigen Jahren?
Markus Schwaiger: Die Herausforderungen für Securitys werden in den letzten Jahren allgemein größer. Das ist nichts Neues und viele Entwicklungen, natürlich nicht jeder Einzelfall, waren absehbar. Die Gewaltbereitschaft steigt immens. Es werden heute vor allem im städtischen Raum viel schneller Messer gezückt. Insbesondere im Bereich der Laden- und Taschendiebstähle, es handelt sich oft um organisierte Banden aus dem Osten, ist für Wachpersonal in Geschäften und Einkaufszentren viel zu tun, auch im Hinblick auf etwaige Raubüberfälle.

Wie reagiert das heimische Wachpersonal auf Ereignisse wie im Olympia-Zentrum München oder auch auf Terrorszenarien?
Jeder Security hat Kenntnisse der Selbstverteidigung. Es gibt heute kaum noch seriöse Securitys, die ohne Schlagstock und Pfefferspray ihren Dienst versehen. Bei Türstehern in Ballungszentren sind Stichschutzwesten heute schon Usus. Ein Anlass, die Sicherheitsausrüstung für Securitys zu verbessern, war auch das Attentat vor dem Club „Viva“ im April 2009, bei dem ein Türsteher erschossen wurde. Verletzungen bleiben nie aus. Wir beobachten aber sämtliche Entwicklungen.

Wo sind die Gefahren für Securitys noch gewachsen?
Im Bereich der Geldtransporte. In den letzten Jahren gab es mehrere Attentate auf Geldtransporter. Fast jeder bessere Juwelier hat heute schon einen Wachmann positioniert. Natürlich erleben wir so einen Aufschwung des Gewerbes, nicht zuletzt, weil es oft der Polizei an Personal fehlt, überall laufend präsent zu sein.