Erstellt am 17. März 2016, 13:57

von Eva Hinterer

Massive Steigerung bei Schlepperei. Polizei NÖ präsentiert Kriminalstatistik 2015: Gesamtzahl der angezeigten gerichtlich strafbaren Handlungen seit 2007 rückläufig.

Landespolizeidirektor-Stv. Rudolf Slamanig, Landespolizeidirektor Franz Prucher und Landespolizeidirektor-Stv. Franz Popp  |  NOEN, LPD NÖ/G. Baumgartner
75.773 Anzeigen gab es im Vorjahr in Niederösterreich. Das sind um 0,6 Prozent mehr als 2014. Am 17. März präsentierten Landespolizeidirektor Franz Prucher und seine Stellvertreter Rudolf Slamanig und Franz Popp die Kriminalstatistik des abgelaufenen Jahres.

Dabei sticht vor allem der markante Anstieg der Schlepperei-Delikte hervor, hier gab es eine Steigerung um 63 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet das einen Anstieg von 3.767 Anzeigen im Jahr 2014 auf 6.062 im Jahr 2015. „Ein schwieriges Delikt“, wie Rudolf Slamanig einräumt, weil die Delikte oft im Ausland begangen werden und die Ausforschung der Täter sehr schwierig ist.

Dieses massive Anwachsen der Anzeigen nach §114 Fremdenpolizeigesetz, wie die Schlepperei im Polizeijargon heißt, ist natürlich im Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen des vergangenen Jahres zu sehen. Für das laufende Jahr plant die Polizei Schwerpunktaktionen entlang der Schlepperrouten.

Einbruchsdiebstähle sinken konstant

„Alle großen Delikte haben wir geklärt“, sagt Franz Prucher. 32.000 im Jahr 2015, das bedeutet eine Aufklärungsquote von 42 Prozent.

Als große Herausforderung sieht die NÖ Polizei die Eigentumskriminalität: Mit 2.807 angezeigten Haus- und Wohnungseinbrüchen sei man auf einem „relativ niedrigen Niveau“ – mit einer Aufklärungsquote von rund zehn Prozent aber ebenfalls, wie Popp einräumt. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 gab es in NÖ 3.232 Haus- und Wohnungseinbrüche. Und, so Franz Prucher ergänzend: „Bei 40 Prozent ist es beim Versuch geblieben“.

Prävention wirkt sich aus

Einen leichten Rückgang verzeichnet die Polizei bei den Kellereinbrüchen: die Zahl ist von 800 auf 787 zurückgegangen.

Markant wiederum ist der Rückgang bei den Firmen- und Geschäftseinbruchsdiebstählen: Dass man mit 1.994 Delikten im Bereich unter 2.000 liegt führt Popp auf die intensive Präventionsarbeit von Firmen- und Geschäftsinhabern sowie auch der Polizei zurück.

Wachsend ist der Bereich Cybercrime, besonders Delikte wie Bestellbetrug im Internet nehmen zu. „Das bereitet und Sorgen“, so Popp.

Leichter Rückgang bei Gewaltdelikten

Bei den Gewaltdelikten ist ein Rückgang zu verzeichnen: Mit 4.337 Anzeigen wegen Körperverletzung gab es 2015 um 230 Anzeigen weniger als 2014. Die Raubdelikte sind von 178 auf 191 gestiegen; von zehn Banküberfällen 2015 konnten bereits acht geklärt werden.
Einen leichten Rückgang gibt es bei der Sachbeschädigung, hier wurden 2015 533 Anzeigen weniger als 2014 erstattet.
 
Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz gab es 3.725, das ist ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2014.
 
Was die Tatverdächtigen betrifft: Der Anteil der Österreicher liegt bei 69 Prozent, 31 Prozent der Tatverdächtigen sind Nicht-Österreicher.