Erstellt am 13. Oktober 2015, 05:32

von Gila Wohlmann

Meiste Wildunfälle passieren in NÖ. Über 30.000 Wildtiere wurden 2014 im Bundesland getötet. Experten mahnen.

Im Herbst werden aufgrund der frühen Dämmerung und des Nebels viele Wildtiere von Autos überfahren.  |  NOEN, Holger Hollemann/dpa
Rund 70.000 Wildunfälle passieren jedes Jahr in Österreich, das sind acht pro Stunde. 30.432 Wildtiere kamen 2014 auf Niederösterreichs Straßen zu Tode. Das flächengrößte Bundesland ist damit trauriger Spitzenreiter im bundesweiten Vergleich.

Aus diesem Grund mahnen – wie jedes Jahr – Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), Versicherungsverband und die Landesjagdverbände zu mehr Vorsicht. Besonders jetzt im Herbst, wo es aufgrund der früher einsetzenden Dämmerung, die meisten Wildunfälle gibt.

Die Folgen einer solchen Kollision sind nicht nur für das Wild, sondern auch für Autoinsassen oft weitreichend. Zwei Menschen sterben im Jahresschnitt an Wild-Kollisionen. „Schon bei Tempo 50 erhöht sich das Aufprallgewicht eines Körpers um das 25-Fache“, erläutert Louis Norman-Audenhove, Direktor des Versicherungsverbandes (VVÖ).

Niederösterreich weist, was die betroffene Wildpopulation betrifft, gebietsweise Unterschiede auf. „Die meisten Reh-unfälle ereignen sich im Bezirk Amstetten, Lilienfeld liegt mit Rotwild an der Spitze und das Weinviertel mit Fasanen und Feldhasen“, so Peter Lebersorger, Generalsekretär der Zentralstelle der österreichischen Jagdverbände.

„Nie verletztes Wild zum Tierarzt bringen!“

Er mahnt davor, „verletzten Tieren nachzufolgen oder sie zum Tierarzt zu bringen“. Das sei falsch verstandener Tierschutz, denn „dadurch gerät das Tier nur noch mehr in Stress“. Wichtig ist, nach Wildunfällen die Polizei zu verständigen, die dann den zuständigen Jäger benachrichtigt. Kfz-Fallwild muss auf eigenen Listen vermerkt werden, auch ein totes Tier darf nicht mitgenommen werden.

Wildtiere stehen auch gerne auf der oft wärmeren Fahrbahn. Rehe und Wildschweine kommen nicht allein, es folgen Tiere nach. Schutzeinrichtungen wie Duftbarrieren oder Geräusche im Ultraschallbereich sollen das Wild von Fahrbahnen fernhalten. Deren Wirkung ist aber begrenzt. KfV-Direktor Othmar Thann appelliert an die Eigenverantwortung: „Runter vom Gas, aufmerksam fahren, denn wir fahren durch den Lebensraum des Wildes!“