Erstellt am 14. September 2015, 10:00

von Jutta Hahslinger

Mit Böller zum Tanz. 16-Jähriger brachte im Bezirk Mistelbach Knallkörper auf die Tanzfläche mit. "Wie dumm kann man sein!" ärgert sich Richter.

Die Explosion des Krachers forderte vier Verletzte.  |  NOEN, APA / dpa

Zwei Silvester-Überbleibsel fielen einem Teenager (16) aus Wolkersdorf in die Hände. Der Lehrling konnte der Versuchung nicht widerstehen, die Knallwirkung der Böller zu testen. Nachdem er einen der „Dum-Bum-Kracher“ vor dem Jugendheim hatte hochgehen lassen, ging es weiter zu einem Tanzfest nach Groß-Engersdorf. Dort hatten sich am 18. April mehrere hundert Jugendliche in einer Halle eingefunden, um das Tanzbein zu schwingen.

Vier Personen wurden verletzt

Der 16-Jährige stürzte sich ins Getümmel und sorgte mit seinem explosiven Mitbringsel für ein abruptes Ende: Der Böller ging hoch, vier Personen wurden durch Platzwunden und Knalltrauma verletzt.

„Ich habe den Böller einem Bekannten (22) in die Hand gedrückt. Ich habe ihn weder gezündet noch auf die Tanzfläche geworfen“, beteuert der 16-Jährige vor Gericht und gibt die Verantwortung an einen 22-Jährigen weiter. Der hatte aber, wie Zeugen bestätigen, verzweifelt versucht, die brennende Lunte des Böllers auszutreten.

Richter befindet auf "grobe Fahrlässigkeit"

Im Beweisverfahren kann der wahre Übeltäter der Böllerzündung nicht eruiert werden: Der 22-Jährige wird vom Vorwurf der Gemeingefährdung freigesprochen. Übrig bleibt der 16-Jährige, der den Böller zur Veranstaltung mitgebracht hat. „Wie dumm kann man sein, auf eine dicht belebte Tanzfläche einen Knallkörper mitzunehmen?“, meint Richter Rainer Klebermaß zum Jugendlichen.

Der Richter befindet auf „grobe Fahrlässigkeit“. Der bislang unbescholtene 16-Jährige wird zu 50 Stunden gemeinnütziger Leistung verdonnert, er muss an die Verletzungsopfer je 200 Euro Schmerzensgeld zahlen.