Erstellt am 11. Februar 2016, 11:38

von Gerald Burggraf

Nach A4-Crash: Kritik von Tierschützern. Der tragische Unfall eines Tiertransportes von heute Nacht auf der A4 zwischen Fischamend und Göttlesbrunn, ruft nun auch die Tierschützer auf den Plan.

 |  NOEN, einsatzdoku.at/Lechner
Neben dem Fahrer überlebten auch einige der Kälber und Kühe den Crash nicht. Die Tiere waren bei dem heftigen Aufprall gegen den Mittelpfeiler der Grünbrücke aus dem Laderaum geschleudert worden ( und unten).

„Entsetzen war spürbar“

Über die Notrufnummer hatte der Wiener Tierschutzverein (WTV) mit Sitz in Vösendorf (Bezirk Mödling) noch in der Nacht von der Katastrophe erfahren und stellte umgehend Kontakte zu den tierärztlichen Notdiensten her, um das Leiden der verletzen Tiere zu beenden. „Das Entsetzen aller Beteiligten war spürbar“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.
 
Die Tierschützerin und NÖ-Landtagsabgeordnete der Grünen schreibt den Unfall nicht zuletzt der Praktiken in der Tiertransportbranche zu.

„Es geht so nicht mehr“

„Hungerlöhne, übermüdete Fahrer, schwarze und graue Schmuggelgeschäfte, kaum Kontrollen und unfassbares Tierleid – es geht so nicht mehr. Die Politik muss nun endlich aufwachen, entsprechend handeln und EU-weit geltende Regelungen einführen“, sagt Petrovic. Die Unfallursache selbst ist bis dato aber nicht geklärt, Gummiteile könnten jedoch auf einen möglichen Reifenplatzer hinweisen.
 
Laut dem WTV seien solche Unfälle keine Einzelfälle, oft fehle es den Lkw-Fahrern an Fachwissen für Tiertransporte und der wirtschaftliche Druck sei enorm. Die Tierschützerin spricht sich erneut gegen den Langstreckentiertransport aus und fordert strengere Gesetz und noch vehementere Kontrollen. Petrovic spricht gar von einer „Schande für Europa“.

NÖN.at hatte berichtet: