Erstellt am 02. August 2016, 07:55

von Gila Wohlmann und NÖN Redaktion

Mit Security gegen Terror-Angst. Einkaufszentren verstärken ihre Sicherheitsmaßnahmen. St. Pölten rüstet fürs „Frequency“.

Security-Einsatz am Frequency in St. Pölten. Diesen Sommer werden auch verstärkt zivile Polizisten im Einsatz sein.  |  NOEN, APA/Pessenlehner/Archiv

Das Attentat im Münchner Einkaufszentrum mit zehn Toten und zahlreichen Schwerverletzten erschüttert und verunsichert. Die NÖN hat sich erkundigt, wie NÖs Shoppingcenter-Betreiber sowie Veranstalter mit der Situation umgehen.

Derzeit keine Bedenken um die Sicherheit seiner Kunden hat Anton Cech, Center Manager der SCS: „Das Attentat beim Münchner Shoppingcenter war eine Einzeltat ohne terroristischen Hintergrund. Deshalb erachte ich es zum jetzigen Zeitpunkt nicht als notwendig, unsere bestehende Wachmannschaft aufzustocken. Unser Sicherheitspersonal wurde dahingehend sensibilisiert, dass Verdächtige umgehend gemeldet werden müssen.“ Um das Sicherheitsgefühl bei den Besuchern zu erhöhen, würde er „eine größere Polizeipräsenz in Form uniformierter Streifen aber „begrüßen“. Karin Gatterer, Assistentin des Fischapark-Managers Christian Stagl in Wiener Neustadt berichtet, dass nach dem Münchner Anschlag „umgehend die Sicherheitskontrollen sowie das Securitypersonal erhöht wurden“. Kontrollgänge finden nun vermehrt statt.

Im Gerasdorfer Einkaufszen-trum G3, Österreichs fünftgrößtem Einkaufstempel, wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. „Wir haben unmittelbar nach dem Münchner Attentat die Schichtzeiten für die Securitys erhöht“, gibt G3-Sprecher Hannes Lantschik Auskunft. Man stehe in ständigem Austausch mit den Polizeistellen. Aufgrund der veränderten Sicherheitslage hat man schon im Herbst Vorkehrungen getroffen.

Handbuch mit Tipps für Geschäftsleute im G 3

Neben den vorgeschriebenen Evakuierungsübungen gibt es Verhaltensregeln für Geschäftsleute in Form eines Handbuchs, Monatlich werden Sicherheitsschulungen abgehalten. „Wir haben nach dem Amoklauf das Kundenverhalten beobachtet“, sagt Lantschik. In der Rosenarcade in Tulln reagiert die Geschäftsführung ebenfalls auf die Ereignisse. „Wir verfügen über ein Video-Überwachungssystem und haben zu den Geschäftsöffnungszeiten einen Security-Dienst im Einsatz“, sagt Center-Leiterin Katharina Gfrerer.

Auf Hochtouren laufen derzeit die Sicherheitsvorkehrungen für das „Frequency“-Festival in St. Pölten, zu dem von 17. bis 20. August Zehntausende Besucher erwartet werden. „Die jüngsten Ereignisse werden wir natürlich in unsere Überlegungen miteinbeziehen“, informiert St. Pöltens Polizeidirektor Franz Bäuchler. „Wir werden verstärkt in Zivil unterwegs sein“, sagt Landespolizei-Pressesprecher Johann Baumschlager. Frequency-Veranstalter Harry Jenner sichert erhöhte Aufmerksamkeit zu: „Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Behörden, um das Konzept der vergangenen Jahre noch auszufeilen.“ Der Stimmung werde die Terror-Sorge keinen Abbruch tun, ist sich Jenner sicher: „Die Frequency-People werden feiern!“

Die Polizei bereitet sich seit Jahren auf Amokläufe vor. „Die größte Herausforderung haben hier die Streifenbeamten zu bewältigen, die meist in einem Infodefizit agieren müssen. Nachfolgende Spezialkräfte können sich auf die Situation schon vorbereiten“, sagt Sprecher Markus Haindl. Hinsichtlich terroristischer Bedrohung wurden schon im Herbst Maßnahmen getroffen. Zu ausländischen Behörden besteht ständiger Kontakt und man nehme Bürgerhinweise sehr ernst. „Die jüngsten Anschläge haben unsere Erkenntnisse bestätigt“, betont auch Roland Scherscher, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz.