Erstellt am 15. März 2016, 05:04

von Jutta Hahslinger

Attacke gegen Baum: Kamera filmte mit. „Macht’s de Fenster auf, damit die Wahrheit reinfliegt“, fordert aufgebrachter Waldviertler (68) bei seinem Prozess in Krems.

Die Wildkamera sollte Beschädigungen dokumentieren.  |  NOEN, Feuermond16

„I mach’ nix Gesetzwidriges. Wieso darf ich bei der Haustür nicht rausgehen und schauen?“, gibt sich der Waldviertler (68) vor Gericht zunächst harmlos. Als die Sprache auf die Wildkameras auf Nachbars Grundstück kommt, blitzt aber das aufbrausende Naturell des Rentners auf: „So a Blödsinn. Des braucht keiner.“ Deshalb habe er die Dinger auch runtergerissen und zertreten, entschlüpft es ihm.

Dass der Nachbar die Kameras montierte, um die Baumattacken des Pensionisten nachweisbar zu dokumentieren, davon will der Beschuldigte nichts hören. „Der hängt Musikboxen am Baum und macht Krach. Des is a Urmensch, der g’hört in den Dschungel“, wettert er und stellt in Abrede, dass er die Rinde einer Fichte auf Nachbars Grundstück abgeschlagen habe. Genau das zeigt aber ein Bild, ebenso, wie er eine Kamera demoliert.

Nachbarn nervlich am Ende

„Meiner Frau geht es gesundheitlich sehr schlecht und sie geht aus Angst vor seinen unflätigen Beschimpfungen nicht mehr aus dem Haus. Mir drohte er, den Schädel einzuschlagen. Der Baum ist nach seinen Attacken abgestorben. Die Rodung allein kostet 3.000 Euro. Mir geht es nicht ums Geld, von ihm ist kein Schadenersatz zu erwarten. Ich will nur meine Ruhe“, schildert der sichtlich entnervte Nachbar (64).

„Wenn er mich wieder anzeigt, geht es bis zum Tode“, erwidert der Rentner gnadenlos. Daraufhin gewährt auch Richter Michael Marvan kein Pardon und er verhängt über den uneinsichtigen Waldviertler fünf Monate auf Bewährung. Weiters muss der Rentner Schadenersatz leisten. Nicht rechtskräftig.