Erstellt am 04. März 2016, 11:01

Neues Service für mehr Sicherheit beim Wohnen. ARGE Wohnen NÖ und Polizei präsentieren Präventions-Initiative gegen Einbruchskriminalität und Vandalismus.

Dir. Walter Mayr (Obmann ARGE Wohnen NÖ), Dr. Thomas Müller (europaweit anerkannter Kriminalpsychologe und Profiler), LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka, Landespolizeidirektor HR Mag. Dr. Franz Prucher.  |  NOEN, J. Burchhart

Verbrechensbekämpfung ist gut, Verbrechensvermeidung ist besser. Nach dieser Devise starteten die ARGE Wohnen NÖ, als Plattform von 16 gemeinnützigen Wohnbauträgern, und die Polizei eine neue Serviceinitiative für sicheres Wohnen im Land. „Gemeinsam wohnen. Gemeinsam sicher.“ – so der Name der Initiative – will alle Möglichkeiten nutzen, um die Kriminalität im Wohnbereich vorbeugend in Schach zu halten. Aufklärungsarbeit und ein Förderungsmodell für die Anschaffung technischer Sicherheitsinstallationen werden flächendeckend angeboten.
 
„Der effektivste Schutz gegen Einbrüche oder Vandalismus ist aufmerksame und gute Nachbarschaft“, formulierte LH-Stv. Wolfgang Sobotka das Credo der geplanten Maßnahmen bei der Präsentation am Donnerstag in St. Pölten.

Der bekannte Kriminalpsychologe und Profiler Dr. Thomas Müller erläuterte zum Auftakt anschaulich, welche Bedeutung der bewusste Umgang mit Ängsten hat, wenn es darum geht, persönlich empfundenen Bedrohungen oder Krisen zu meistern. Weitere Informationsveranstaltungen aber auch Einzelberatungen in ganz Niederösterreich sind geplant.

Prävention soll Niederösterreich noch sicherer machen

Die Initiatoren von „Gemeinsam wohnen. Gemeinsam sicher.“ wollen mit den Informations- und Beratungsangeboten Sicherheit geben, jedoch keine übertriebenen Bedrohungsszenarien schüren. „Niederösterreich ist im bundesweiten Vergleich das drittsicherste Bundesland. Dennoch ist jede Straftat eine zu viel - jeder Diebstahl und jeder Einbruch in die eigenen vier Wände dramatisch für Betroffene. Mit der Aktion der ARGE Wohnen wird dort angesetzt, wo sich auch der größte Erfolg einstellt, nämlich in der Prävention“, so Sobotka.

„Angst ist lebensnotwendig, soll aber nicht lähmen“

Jeder in der Nachbarschaft kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten Verbrechen oder Bedrohungen abzuwehren, bevor diese ausufern und nicht mehr beherrschbar werden. Entscheidend sei es, dabei einige wichtige Grundregeln zu beachten, empfahl Kriminalpsychologe Müller: „Wenn eine Bedrohung erkennbar wird, kann Angst lebensnotwendig sein, sie soll aber nicht lähmen. Entscheidend ist der gelassene Umgang mit der Angst, dann lassen sich Schwierigkeiten am besten meistern. In Krisensituationen ist es wichtig, Dinge zu benennen – zu sagen, was ist. Dazu gehört auch, offen auf andere zuzugehen und Hilfe dann zu holen, wenn man sie braucht.“

„Keine Scheu vor Einbeziehung der Polizei haben“

Im Rahmen von „Gemeinsam wohnen. Gemeinsam sicher.“ – der Kooperation der ARGE Wohnen und der NÖ Polizei – steht Prävention durch Beratung und Nachbarschaftshilfe im Vordergrund. Das strich Landespolizeidirektor Franz Prucha in St. Pölten gesondert hervor: „Die Bevölkerung kann durch eigene, meist einfache Sicherungsmaßnahmen mögliche Einbrecher abschrecken. Gute Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe sind daher sehr wichtig. Wir wollen die Menschen dazu motivieren, die Polizei bei verdächtigen Wahrnehmungen zu verständigen. Niemand soll sich scheuen, die nächste Polizeidienststelle zu kontaktieren oder im Notfall 133 zu wählen.“ 

Wer Zusammengehörigkeit stärkt, stärkt Sicherheit

Mit dieser Initiative erhalten die gemeinnützigen Wohnbauträger ein Instrument in die Hand, das zweierlei erreichen wird, skizzierte der Obmann der ARGE Wohnen Dir. Walter Mayr: „Die effektive Sicherheit wird erhöht und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Nachbarschaft gestärkt. Damit werden wir die Wohnqualität insgesamt noch weiter steigern. Wir freuen uns sehr, dass wir Beamtinnen und Beamte der polizeilichen Kriminalprävention gewinnen konnten, die bei Schlüsselübergaben vor Ort informieren und zusätzlich kostenlose individuelle Beratung anbieten. Davon profitieren die Bewohner aller 70.000 Wohneinheiten der ARGE Wohnen in Niederösterreich,“ hielt Mayr fest. 

Veranstaltungen, Services, Informationen

Sicherheit wird bei der ARGE Wohnen NÖ und ihren 16 gemeinnützigen Wohnbauträgern traditionell großgeschrieben. Mayr: „Schon bei der Wahl des richtigen Eigenheims leisten wir einen Beitrag für mehr Entscheidungssicherheit bei den Kunden. Mit der Beratungsinitiative Gemeinsam wohnen. Gemeinsam sicher. werden wir nun auch praxisnahe Empfehlungen und Services zu Sicherheitsfragen in der laufenden Hausverwaltung mit entsprechendem Informationsmaterial thematisieren können.“

Darüber hinaus berät die ARGE Wohnen NÖ mit der Kriminalprävention bei lokalen Veranstaltungen zum Selbstschutz gegen Kriminalität im Haus wie außer Haus. Kostenlose Beratung gibt es außerdem bei den Spezialisten des Landeskriminalamtes unter der Telefonnummer 059133 zum Ortstarif oder bei jeder Polizeidienststelle.