Erstellt am 02. Februar 2014, 18:00

NÖ Feuerwehren zu Hilfseinsatz nach Slowenien. Die enormen Schneefälle der vergangenen Tage haben nun auch im benachbarten Slowenien zu massiven Stromausfällen geführt. 120 Feuerwehrleute aus Niederösterreich helfen.

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Die blau-gelben Florianis haben auch am Mittwoch ihren winterlichen Hilfseinsatz in Slowenien fortgesetzt. Im Laufe des Tages werden zwei Satellitenstationen eingerichtet, die nach dem Stromausfall die Einsatzkommunikation erleichtern sollen.

Neue Kräfte treffen als Ablöse am Nachmittag ein

Rund 25.000 Einwohner konnten in der Zwischenzeit wieder mit Wasser, Heizung und Strom versorgt werden, teilte Sprecher Franz Resperger mit.

Durch den Aufbau der Satellitenanlagen wird es möglich sein, wieder alle Einheiten in den Katastrophengebieten per Telefon und Internet zu erreichen. Betrieben werden sie mit eigenen Stromgeneratoren der NÖ Feuerwehr. Um auch den eingeschränkten Funkverkehr zu verbessern, werden zudem Spezialisten eine sogenannte mobile Funkzelle am höchsten Berg in der Einsatzregion stationieren.

Insgesamt laufen derzeit 23 Notstromaggregate der Feuerwehr. Die ersten Mannschaften werden am Nachmittag gegen neue Kräfte aus Niederösterreich ausgetauscht.

"Enorm hohe" Motivation: Viele Helfer wollen bleiben

Allerdings nicht so viele wie geplant, da einige Feuerwehrleute ihren Urlaub freiwillig verlängert haben. Die Motivation der Truppe sei "enorm" hoch, so Resperger.

Die Niederösterreicher seien auch damit beschäftigt, die umgestürzten Strommasten mit Kranfahrzeugen wieder aufzustellen bzw. abgebrochene Bäume zu zerschneiden, die auf Häuser, Firmen und Industriehalle umgestürzt waren. Der Einsatz werde insgesamt zwei Wochen dauern.

Große Dankbarkeit – Hupen und Winken bei Ankunft

Die Dankbarkeit der slowenischen Bevölkerung sei "beeindruckend" groß: Die Einsatzkräfte würden hupend und winkend begrüßt, die Männer mit warmen Speisen und Getränken versorgt, beschrieb der Sprecher die Lage.

Bereits am Montag hatten die 120 Feuerwehrmänner eine ganze Ortschaft in Vitanje und ein Krankenhaus in Postonja wieder mit Strom versorgt. Eisregen hatte im Nachbarland zu massiven Stromausfällen geführt.

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NÖ Feuerwehrleute seit Tagen in Slowenien im Einsatz

Die Feuerwehrmänner hatten am Dienstag eine zumindest teilweise Wiederherstellung der Stromversorgung sichergestellt. "Wir bleiben 14 Tage", bestätigte Franz Resperger, Sprecher des Landeskommandos, in der Früh am Satellitentelefon. Der rund um die Uhr besetzte Landesführungsstab in Tulln bereite Ablösen vor.

"Die Menschen sind überglücklich"

Bisherige Einsatzgebiete der Niederösterreicher waren die Gemeinden Logatec und Cerknica. Postojna, Maribor sowie die Hauptstadt Ljubljana sollten folgen, so Resperger. In den großen Städten wollten die Helfer die beiden nach Slowenien transportierten 500-KVA-Aggregate zum Einsatz bringen.

Das Krankenhaus in Postojna - die Gemeinde ist insbesondere bekannt für ihre Tropfsteinhöhlen, die als größte Touristenattraktion im Nachbarland gelten - wurde ab dem Vormittag mit Strom aus einem 500-KVA-Generator versorgt, berichtete Resperger.

"Die Menschen sind überglücklich, dass die Heizung im Spital wieder funktioniert." Selbiges gelte für eine angeschlossene Schule, so Resperger. 

"Gespenstische" Atmosphäre

Das zivile Leben sei nach dem Wintereinbruch im Nachbarland ebenso wie die Stromversorgung völlig zusammengebrochen, berichtete Resperger. Gemeinden würden sich "stockfinster" und geradezu "gespenstisch" präsentieren.

In Cerknica hätten Elektriker der Feuerwehr aus St. Pölten Trafostationen derart adaptiert, dass Strom eingespeist werden konnte, so der Sprecher. Seit Samstag habe es einen völligen Ausfall gegeben. Am Dienstag gegen 6.00 Uhr sei die Versorgung wieder sichergestellt gewesen. Acht der insgesamt 23 nach Slowenien transportierten Aggregate seien zum Einsatz gebracht worden. Dadurch sei auch ein Pumpwerk wieder in Schwung gebracht worden.

Niederösterreicher im Katastropheneinsatz

Am Montag hatten 120.000 Haushalte ohne Strom auskommen müssen: Stromleitungen abgerissen, jeder dritte Mast geknickt oder umgefallen, "und das Eis war faustdick auf den Leitungen." Die slowenischen Behörden hatten Katastrophenalarm ausgelöst und das benachbarte Ausland um Hilfe gebeten.

Die 120 freiwilligen Feuerwehrmitglieder aus Niederösterreich waren am Montag um sechs Uhr früh vom Autobahnparkplatz Steinfeld im Bezirk Neunkirchen mit 23 leistungsstarken Stromgeneratoren zu einem großen länderübergreifenden Hilfseinsatz aufgebrochen.

In zwei Tagen sollen neue Kräfte aus Niederösterreich kommen und die derzeitigen ablösen. Ein großes Problem würden auch entlegene Höfe darstellen, wo etwa die Melkmaschinen wegen des Stromausfalls nicht verwendet werden könnten.

 
Bereits in den Sonntag-Nachtstunden war ein Erkundungskommando mit vier Offizieren des NÖ Landesfeuerwehrverbandes aus Tulln in die slowenische Hauptstadt Laibach aufgebrochen, um mit den örtlichen Behörden die notwendigen Einsatzstrategien zu entwickeln. 

Auch Verpflegung und Treibstoff wird nach Slowenien mitgeführt

Von den 23 rollenden Stromgeneratoren (500 KVA) sind zwei in der Lage, Spitäler mit 300 bis 500 Patienten oder etwa 1000 Haushalte mit elektrischer Energie zu versorgen. Die restlichen 21 Stromgeneratoren verfügen über eine Leistung von 150 KVA, die überwiegend zur Versorgung von kritischer Infrastruktur (Pflegeheime, behördliche Einsatzleitungen, etc.) eingesetzt werden.
 
NÖ Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner: "Um in Slowenien so unabhängig wie möglich agieren zu können, führen wir auch Verpflegung und Treibstoff nach Slowenien mit. Auch ein Feuerwehrarzt begleitet die Mannschaften und sorgt für deren Sicherheit. Wir unternehmen alles, um die Menschen in Slowenien so rasch wie möglich wieder mit Strom versorgen zu können."
 
Beeindruckt von der Schlagkraft der NÖ Feuerwehren zeigte sich auch Landeshauptmann Erwin Pröll, der die Hilfsaktion sofort genehmigte: "Dieser Einsatz ist nicht nur ein Zeichen für die vorbildliche Einsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehrmitglieder aus Niederösterreich, sondern auch für die hervorragende technische Ausrüstung. Ich bin froh, dass es Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und mir während der Hochwasserkatastrophe 2013 gelungen ist, eine Erhöhung der Bundesförderungen für Einsatzgeräte zur Katastrophenbekämpfung zu erreichen."