Erstellt am 08. Juni 2016, 11:03

von Eva Hinterer

NÖ Zivilschutzverband pfeift an. Thematisch im Zeichen der am Freitag beginnenden Fußball-Europameisterschaft lud der NÖ Zivilschutzverband am 7. Juni unter dem Titel „Anpfiff“ zu seiner ersten Landeskonferenz.

Im Bild: Dancing-Star Sabine Petzl hütet das neue Logo des NÖ Zivilschutzverbandes: Im Bild mit NÖZSV-Präsident Christoph Kainz, Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, Landesrat Stephan Pernkopf, Johann Bezdeka vom Innenministerium und Johann Rädler, Präsident des Österreichischen Zivilschutzverbandes.  |  NOEN, Foto: Bernd Buric, NÖZSV
Seit Christoph Kainz am 29. Jänner dieses Jahres zum neuen Präsidenten des NÖ Zivilschutzverbandes NÖZSV gewählt wurde ist er daran, den Verband vom leicht angestaubten Image zu befreien. Ein deutliches Zeichen wurde dabei am 7. Juni mit der Abhaltung der ersten Landeskonferenz gesetzt. Die fand gleich im – voll besetzten - Landtagssaal in St. Pölten statt.
 
Neben vielen Ehrenamtlichen des NÖZSV waren auch die Partner gekommen: Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, Rotkreuz-Vizepräsident Leopold Rötzer, EVN-Generaldirektor Peter Layr, der Tullner Bezirkshauptmann Andreas Riemer, der für den Bereich „Katastrophenschutz“ der nö Bezirkshauptleute zuständig ist, der Präsident des Österreichischen Zivilschutzverbandes und Nationalrat  Johann Rädler und natürlich der politisch zuständige Landesrat Stephan Pernkopf.

Ehrenamt aufgewertet, Landesvorstand verschlankt

„Wir haben das Ehrenamt aufgewertet und den Landesvorstand verschlankt, was uns schlagkräftiger macht“, umriss Christoph Kainz das, was seit seinem Amtsantritt passiert ist. Auch ein neues Logo wurde dem NÖZSV verpasst.  „Unsere Kernaufgabe ist die Prävention. Wir müssen die Bürger für Vorfälle sensibilisieren, die vielleicht irgendwann eintreten“, beschreibt Kainz die nicht immer ganz einfache Aufgabe des NÖZSV und seiner 1.345 ehrenamtlichen Mitarbeiter.

In einer Zeit, in der „jeder etwas erwartet aber immer weniger dazu bereit sind, etwas zu geben“ möchte Kainz mit seinen Mitarbeitern an die Eigenverantwortung appellieren. Jeder müsse auch selbst vorsorgen für den Fall, dass es einen Stromausfall gibt, Starkregen kommt. Oder einfach darauf schauen, dass die Hausapotheke gefüllt ist, Rauchmelder installiert sind …

Zivilschutzbeauftragte in 571 Gemeinden

Erster Zugangspunkt für den Zivilschutzverband sind daher die Gemeinden: 571 von 573 NÖ-Gemeinden haben einen Zivilschutzbeauftragten. Bezirkshauptmann Andreas Riemer unterstreicht die Bedeutung der Gemeinden für den Zivilschutz: Im Katastrophenfall sind die Bezirkshauptleute ja auch Einsatzleiter, bei ihnen laufen, ob Hochwasser oder Waldbrand, alle Fäden zusammen. Und ohne die Unterstützung der Gemeinden, sagt Riemer, gehe da gar nichts.
 
Zur Landeskonferenz geladen war auch eine Abordnung von Zivilschutzes aus Slowenien. Mit den Slowenen hat der NÖZSV erst im April eine zweitägige Übung in Slowenien abgehalten. Trainiert wurde die koordinierte Suche nach zwei vermissten Jugendlichen. Mit den Kollegen aus dem südlichen Nachbarland verbindet die Niederösterreicher seit der Eiskatastrophe im Jänner und Februar 2014 eine innige Freundschaft. 250.000 Menschen waren damals ohne Strom, „die Feuerwehr NÖ hat damals unglaublich schnell geholfen“ bedankte sich Branko Dervodel von der Abteilung Zivilschutz der slowenischen Regierung im Landtag.
 
Nächster wichtiger Termin für den NÖZSV ist der 1. Oktober: An diesem Tag gibt es NÖ-weit einen Sirenenprobealarm und da wird auch – in allen Gemeinden – eine Informationsoffensive des Zivilschutzverbandes gestartet