Erstellt am 05. April 2016, 08:08

von Jutta Hahslinger

Rabiater Schüler (14) bedrohte Erzieher:. "Soziale Behinderung": 14-Jähriger wird eingewiesen, nachdem er Erzieherin mit dem Abstechen gedroht und Security geschlagen hatte.

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Nach einem Ausraster in einer Wohngemeinschaft in Wien mit einem Sachschaden von 4.500 Euro kam ein 14-jähriger Problemteenager in die Therapiegemeinschaft nach Jaidhof im Bezirk Krems. In die Einrichtung für Menschen, die professioneller Hilfe in schwierigen Lebensphasen bedürfen, fügte sich der 14-Jährige aber nicht ein.

Am 11. Jänner rastete er nach einem Streit mit einem Heimbewohner aus. Die Schlichtungsversuche eines Sozialpädagogen bewirkten das Gegenteil: Er riss eine Eisenstange aus seinem Zimmerfenster und demolierte damit Inventar. Als er die Stange gegen eine Sozialpädagogin erhob und ihr mit dem Umbringen drohte, schritt ein alarmierter Security ein. Außer sich vor Wut schlug der Schüler zu und verletzte den Mann am Kopf.

"Fünf Stiche für fünf Beleidigungen" geplant

Wenige Tage später kam es aus einem nichtigen Anlass (er sollte Schnee schaufeln) erneut zu Ausrastern: Der 14-Jährige bedrohte Heiminsassen, Erzieher und beschädigte Einrichtungsgegenstände. Dann drohte er, als Bestrafung für Verfehlungen gegen ihn mit einer selbst gebastelten Stichwaffe eine Sozialpädagogin zu erstechen. Fünf Stiche für fünf Beleidigungen habe er geplant, aber die Polizei habe ihn gestoppt, gestand er vor Gericht.

Der 14-Jährige wurde von einem Kinderpsychiater für die Zeit der Tatausführungen als zurechnungsfähig befunden. Der Experte attestierte dem Teenager eine soziale Behinderung und schloss künftige Straftaten mit schweren Folgen nicht aus. Er befürwortete eine Anstaltseinweisung.

Richter Gerhard Wittmann verhängte über den Schüler eine teilbedingte Freiheitsstrafe: 12 Monate, davon vier Monate unbedingt. Weiters ordnete er die Unterbringung des 14-Jährigen in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher an.