Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 23. Mai 2017, 02:54

von Jutta Hahslinger

Radaubrüder wollten Haus erstürmen. Weil sie zu einem Untermieter wollten, versuchten zwei Brüder gewaltsam in ein Haus einzudringen. Aber Besitzer wehrte sich.

Mit einem Schlagstock wehrte sich der Hausbesitzer gegen das Brüderpaar.  |  Shutterstock/Tung Phan

„Gehen Sie immer mit einem Schlagstock an die Tür?“, will die Richterin von dem Hausbesitzer aus Waidhofen im Zeugenstand wissen.

Er habe zum Glück eine Eingebung gehabt, meinte der Waldviertler (53) und schilderte: „Es war kurz vor fünf Uhr morgens, und vor der Tür war ein Höllenspektakel zu hören. Es wurde nicht gerade sanft an die Tür geklopft.“

Ein 22-jähriges Brüderpaar aus dem Bezirk Zwettl stand vor der Tür und wollte zu einem Untermieter. Mit der Auskunft des Hausbesitzers („Der ist nicht da!“) ließ sich das aufgebrachte Duo nicht abspeisen, und es versuchte, ins Haus zu stürmen.

"Ja, da sind Sie an den Falschen geraten."

„Ich wollte gerade die Tür schließen, als sich die beiden dagegenwarfen. Ich wurde von der Tür getroffen und nach hinten geschleudert“, schildert der 53-Jährige die Erstürmung. Danach habe das Duo versucht, ihn zu verprügeln: „Zum Glück war es eng und viele Schläge gingen ins Leere. Ich wehrte mich, und als ich einen am Kopf erwischte, liefen er und sein Geselle davon.“

„Er hat meinem Bruder ane drüberzogen mit dem Schlagstock. Wir wollten doch nur das Handy vom Untermieter!“, empörte sich einer der Beschuldigten. „Ja, da sind Sie an den Falschen geraten. Sie hätten ja zu einer normalen Zeit höflich nachfragen können“, kommentierte die Richterin. Sie befindet das Brüderpaar, das nur ein holpriges Geständnis ablegt, für schuldig. Für den vorbestraften 22-Jährigen setzt es neun Monate bedingt und eine unbedingte Geldstrafe von 2.160 Euro. Der unbescholtene Bruder fasst sechs Monate auf Bewährung aus.