Erstellt am 19. April 2017, 02:26

von Gila Wohlmann

Wenn Räder „Beine“ bekommen. Radfahren boomt, ebenso der Diebstahl von Rädern. Land und Polizei arbeiten dagegen.

Fahrräder sollten stets über den Rahmen und nicht über das einzelne Rad gesichert werden.  |  Shutterstock.com/Rainer Fuhrmann

Die Radfahrsaison ist mit den ersten warmen Temperaturen bereits angelaufen. Das ruft die Fahrraddiebe wieder auf den Plan. Denn zum Stehlen gibt es genug: Laut Polizei sind in Niederösterreich über 1,35 Millionen Fahrräder im Umlauf.

2016 gab es 4.858 Anzeigen wegen Fahrraddiebstählen in NÖ, im Jahr zuvor waren es 4.080 Anzeigen. Die Tendenz bei den Fahrraddiebstählen ist also steigend – „insbesondere in Verbindung mit Kellereinbrüchen“, wie Landespolizeidirektor Franz Prucher sagt.

Karl Zauner, Vorsitzender der Radlobby NÖ, appelliert an die Gemeinden, ordentliche Fahrradständer bereitzustellen.  |  Radlobby

Gerhard Walli, Leiter des Bereichs Diebstahl im Landeskriminalamt, ist laufend mit Fahrraddiebstählen konfrontiert: „Die Täter sind hier unterschiedlich. Es gibt jene, die es gezielt auf Fahrräder abgesehen haben, und andere, die im Zuge von diversen Keller-, Wohnhaus-, Wohnungs- oder Geschäftseinbrüchen auch Fahrräder entwenden“, weiß er.

Auch, dass es sich oft um mobile Tätergruppen handelt, die aus dem Ausland anreisen. Sie haben es zumeist auf hochpreisige Fahrräder abgesehen. Gelegenheitsdiebe, die ein Fahrrad nach einem Fest unerlaubt zum Heimfahren nutzen, gibt es immer wieder. „Hier ist aber das Fahrrad oft rasch gefunden“, sagt Walli.

Park-and-Ride-Anlagen auf Bahnhöfen sind ebenso beliebte Tatorte von Fahrraddieben.

Radlobby rät: „Immer Fahrräder absperren!“

Spezielle Hotspots ortet aber ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif nicht, denn: „Wir sind grundsätzlich gut aufgestellt und haben keinen Handlungsbedarf an bestimmten Bahnhöfen. Die Zusammenarbeit zwischen ÖBB und Polizei funktioniert sehr gut.“

„Eine signifikante Zunahme an Raddiebstählen nehmen wir momentan nicht wahr, aber die Häufigkeit der Raddiebstähle ist dauerhaft hoch. Je neuer ein Fahrrad ist, umso interessanter ist es auch für Diebe“, stellt indes Karl Zauner, Vorsitzender der Radlobby Niederösterreich, fest. Seine Devise: „Immer absperren, auch bei kurzen Aufenthalten.“

Norbert Strametz aus Traisen verkauft in seinem Sportshop nur Qualitätsräder und weiß, dass Radfahren boomt: „E-Räder liegen absolut im Trend, ebenso hochwertige Mountainbikes, Trekkingräder und Retrobikes.“ Für alle Räder bietet er hochwertige Schlösser an, denn: „Wer bis zu mehrere Tausend Euro für sein Rad ausgibt, sollte auch bei der Absicherung nicht sparen!“

„Wichtig ist eine ordentliche Bügelsicherung und dass das Fahrrad immer über den Rahmen fixiert wird“, rät dazu Thomas Schneeweiß von der Kriminalprävention des Landeskriminalamtes. Neben herkömmlichen Schlössern gibt es mittlerweile auch Ortungssysteme für Fahrräder.

Das Land NÖ bietet Radsportfreunden bzw. Gemeinden jetzt neben einer Förderung für Rad abstellanlagen in einer Pilotphase auch Fahrrad-Service-Stationen, etwa an Bahnhöfen, die mit Luftpumpe und Werkzeug ausgestattet sind. Und gemeinsam mit der Polizei wird auf den neuen Radführer mit dem Titel „Radlsicherheit & Radlpass“ verwiesen. Darin gibt es zahlreiche Tipps zur Radsicherheit.

Der Radführer kann unter http://www.radland.at/radsicherheit-und-radservice heruntergeladen werden.