Erstellt am 26. April 2016, 05:54

von Tina Jedlicka

„Froschbande“ muss bald vor Gericht. Neun Rumänen, die auch in NÖ mehrere Pensionisten in ihren Häusern überfallen haben, drohen jahrelange Haftstrafen.

Opfer Marta Postl.  |  NOEN, NÖN Archiv

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat Anklage gegen die sogenannte „Froschbande“ erhoben. Eine Bande, die wegen ihrer exzessiven Gewalt bei Raubüberfällen und Einbrüchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Schlagzeilen gemacht hat. Eines der Opfer ist in Puchberg zuhause: Marta Postl.

Die Rumänen sollen hauptsächlich Senioren ausgesucht haben, um diese in deren Häusern in der Nacht auszurauben. Neun rumänische Staatsbürger müssen sich, sobald ein Prozesstermin gefunden wird, am Landesgericht wegen mehrerer brutaler Raubüberfälle und Einbruchsdiebstähle verantworten.

Pensionistin verharrte zwei Tage neben totem Mann

Auch ein bayrisches Pensionisten-Paar soll von den Männern überfallen worden sein. Der Mann starb an den Folgen der Misshandlungen. Seine Frau musste zwei Tage in der Abstellkammer eingesperrt neben der Leiche ihres Mannes verharren. In Puchberg am Schneeberg soll Marta Postl von den Männern heimgesucht worden sein. Sie dürften durch das Fenster in ihr Haus geklettert sein. Die Angeklagten sollen die Frau geschlagen und ihr ein Messer angehalten haben. Marta Postl täuschte einen epileptischen Anfall vor, um den Angreifern zu entrinnen, wie sie später erzählte. Die Beute fiel eher bescheiden aus.

Auch der Bezirk Baden blieb nicht verschont: In Alland sollen die Rumänen über eine Terrassentüre in ein Einfamilienhaus eingebrochen haben. Das Ehepaar, das in dem Haus wohnt, wurde mit heftigen Fußtritten traktiert. Die Polizei konnte die Täter schnappen. Bei ihrem Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt droht ihnen eine Strafe bis zu 15 Jahren.