Erstellt am 15. Januar 2016, 12:08

Rund 700 schwere Rodelunfälle jährlich in Niederösterreich. Gilt rodeln landläufig als eher harmloser Winterspass (für Kinder), so entwickelt sich die Sportart mehr und mehr zum Trendsport.

 |  NOEN, APA (Kreiner)
Die Gefahren beim Rodeln werden jedoch unterschätzt: „Rund 700 Personen verletzen sich jährlich in Niederösterreich beim Rodeln so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen,“ erklärt Dipl.-Ing. Christian Kräutler, Teamleiter Forschung & Wissensmanagement im KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). „Die KFV Freizeitunfallstatistik zeigt, als häufigste Unfallart Stürze (72 Prozent) und Zusammenstöße (21 Prozent).“

Die häufigsten Verletzungen sind dabei Knochenbrüche (54 Prozent) gefolgt von Sehnen- und Muskelverletzungen (21 Prozent). Besonders schwerwiegend sind Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen (17 Prozent). 94 Prozent der Verunfallten trugen zum Unfallzeitpunkt keinen Helm.

Über 20 Prozent der Unfälle passieren nach 20 Uhr

Nachtrodeln ist beliebt. Dies zeigt sich auch in den Unfallzahlen: Mehr als 20 Prozent aller Unfälle passierte in der Nacht. „Unabhängig davon, ob man untertags oder in der Nacht rodelt: Am besten fährt man sich auf eigens angelegten Rodelpisten hinunter. Auf keinen Fall sollten schneebedeckte Straßen oder Forststraßen gewählt werden, die nicht zum Rodeln freigegeben sind“, so Kräutler. Denn die Gefahr von Zusammenstößen mit Fahrzeugen, Personen oder Gegenständen ist hier besonders groß.

„Besonders gefährdet sind vor allem auch Kinder, die in Plastik-Bobs unterwegs sind“, erklärt ÖRV-Präsident Dr. Mag. Michael Bielowski. Da die flachen Schalen keine Kufen haben, bleibt fast kein Widerstand und man kann schlecht lenken und bremsen. Hinzu komme das geringe Körpergewicht von Kindern. "Bobs sinken nicht wie normale Rodeln in den Schnee ein und kommen deshalb schwer zum Stehen", erläuterte der Experte. Im freien Gelände sei das Fahren mit dem Plastikgefährt daher besonders gefährlich.