Erstellt am 08. Juni 2016, 11:25

Schwerverletzte Katze "entsorgt" - nur durch Glück gerettet. Erneut wurde ein Haustier auf dem Gelände des Wiener Tierschutzvereins (WTV) in Vösendorf (Bezirk Mödling) „entsorgt“.

 |  NOEN, Symbolbild
Vor wenigen Tagen wurde eine auf rund drei Jahre geschätzte Katze entdeckt - und das mit sehr viel Glück. Nur der Aufmerksamkeit einer Tierschutzverein-Mitarbeiterin und ihrer Hündin ist es zu verdanken, dass die Katze gefunden wurde. Sie wurde allem Anschein nach ohne Transportbox einfach in einem Distelstrauch am Parkplatz des Geländes abgelegt, wo die Hündin das völlig verschreckte Tier glücklicherweise entdeckte.
 
Die ängstliche und extrem menschenscheue Katze konnte nur unter großen Mühen in die WTV-Ordination gebracht werden, wo sich schnell der Grund für ihre Abneigung zeigte. „Muki“, wie die Katzendame mittlerweile heißt, hatte eine circa zehn Zentimeter lange, klaffende Wunde auf ihrem rechten Vorderbein, die bis auf den Knochen ging.

Nach NOT-OP auf dem Weg der Besserung

Auch eine leichte Verletzung am Schwanz wurde festgestellt, gebrochen ist dieser aber nicht. Die Katze wurde umgehend notoperiert und tierärztlich versorgt.
 
„Muki“ ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung, erholt sich im Katzenhaus von ihren Strapazen und genießt schon die Streicheleinheiten des Pflegepersonals. „Sie dürfte verstanden haben, dass wir es gut mit ihr meinen“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic. Die genaue Ursache der Verletzung bleibt unbekannt.
 
Leider lassen sich daher und aufgrund der Tatsache, dass „Muki“ nicht gechipt war, auch die mutmaßlichen Täterinnen oder Täter nicht ausforschen. „Auch wenn ihnen zumindest zugutegehalten werden kann, dass das Tier auf dem WTV-Gelände abgelegt wurde, wo rasche Hilfe sehr wahrscheinlich ist, hätte es auch ganz anders ausgehen können. Denn ein derart gut verborgenes Tier entdeckt man nicht so einfach“, so Petrovic. Außerdem: schutzbedürftige Lebewesen einfach seinem Schicksal zu überlassen ist kein Kavaliersdelikt und generell scharf zu verurteilen.

"Tier auszusetzen ist unfassbar grausam"

„Ein Tier auszusetzen ist unfassbar grausam und darf nicht die letzte Konsequenz sein. Der WTV ist jedenfalls immer bemüht, zusammen mit Halterinnen und Haltern, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht mehr um ihr Haustier kümmern können, eine Lösung zu finden“, so Petrovic.
 
Läuft alles nach Plan, kann „Muki“ vermutlich Ende Juni/Anfang Juli in ein neues Zuhause zu liebevollen Menschen ziehen