Erstellt am 05. Januar 2016, 05:23

von Jutta Hahslinger

Sexunhold verurteilt. Nach Zechtour fiel 24-Jährige ins Reich der Träume. Ein Bekannter nutzte Situation aus und verging sich an Wehrloser.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Die Verantwortung eines 36-jährigen Arbeiters aus dem Bezirk Horn beim Prozess wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person sorgte vor Gericht für ungläubiges Staunen.

Zunächst gab der Waldviertler unumwunden zu, beim VW-Käfer-Treffen am 1. Mai dieses Jahres in Eggenburg auf eine 24-jährige Bekannte und deren Mutter getroffen zu sein.

„Intimkontakt können Sie schwer leugnen,
es liegt ja ein DNA-Gutachten vor“,
wirft im Prozess harsch die Staatsanwältin ein.

Gemeinsam sei man herumflaniert, habe ausgiebig dem Alkohol zugesprochen und sei dann gegen drei Uhr Früh in der neuen Wohnung der Eggenburgerin gelandet, schildert der Waldviertler. Dort sei es dann auch zu sexuellen Handlungen gekommen, gibt er zu, beteuert aber seine Unschuld zu dem Vorwurf, sich an einer Schlafenden vergangen zu haben. „Intimkontakt können Sie schwer leugnen, es liegt ja ein DNA-Gutachten vor“, wirft die Staatsanwältin harsch ein.

Der Angeklagte lässt sich aber in seinen Unschuldsbeteuerungen nicht bremsen und präsentiert seine Sicht: „Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Sie hat mich mit ihrem Ex-Freund verwechselt oder sie erlag meiner magischen Anziehungskraft.“ Im Detail will er sich alkoholbedingt nicht mehr erinnern können.
Vergewaltigt will er die Waldviertlerin aber nicht haben. Entfallen ist ihm auch seine belastende SMS-Nachricht „Wenn es so war, zerstöre jetzt nicht mein Leben“ an das Opfer nach der Tat, als der Vergewaltigungsvorwurf erhoben wurde.

Für den Schöffensenat gibt es nach dem Beweisverfahren keinen Zweifel an der Schuld des Waldviertlers. Es setzt drei Jahre, davon muss der bislang unbescholtene Arbeiter sechs Monate hinter Gittern absitzen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.