Erstellt am 22. März 2016, 12:59

von Gila Wohlmann

Sicherheitsbürger gesucht!. Mit einem neuen Pilotprojekt sollen Bürger zur Erhöhung des Sicherheitsempfindens in Gemeinden beitragen.

Helmut Mödlhammer, Präsident des österreichischen Gemeindebundes, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, General Konrad Kogler (von links) stellten die Initiative »Gemeinsam sicher« vor  |  NOEN, Alexander TUMA
Ob Lärmerregung,  Vandalismus oder Angst vor sexuellen Übergriffen: Auch wenn Österreich zu den sichersten Ländern der Welt gehört, wie Konrad Kogler, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit,  am Montag beim Pressegespräch zur neuen Polizei-Gemeinde-Kooperation betonte, das Sicherheitsempfinden ist subjektiv und bei vielen Bürgern nicht zuletzt aufgrund der Flüchtlingswelle, terroristischen Anschlägen oder sexuellen Übergriffen ins Wanken geraten: „Die Menschen im Land sind verunsichert und brauchen Ansprechpartner. Die Polizei geht jetzt  einen Schritt weiter.

Mit der Initiative „Gemeinsam sicher“ soll „Community Policing“ betrieben werden, Bürger  dabei aktiv an der Gestaltung der öffentlichen Sicherheit in ihrem Umfeld mitwirken und dabei eng in Kontakt mit der örtlichen Exekutive stehen. Von Gemeinden ernannte „Sicherheitsbürger“ sollen Themen, die die Bevölkerung berühren, an die Polizei weitergeben. Gemeinsame Lösungen, erarbeitet von Gemeinde, Bürgern und Exekutive stehen bei „Gemeinsam sicher“ im Fokus. So kann mitunter durch eine Fahrplanadaptierung mit kürzeren Wartezeiten an einem Hotspot Vandalismus an Busstationen vermieden werden. Hierfür bedarf es wieder aller Stakeholder wie Polizei, Gemeinde, Schule und Verkehrsmittelbetreiber.

Umsetzung im Bezirk Mödling

x  |  NOEN, Zvg
Mit 1. April wird das Projekt „Community Policing“ neben von Graz, Eisenstadt und Schärding auch im Pilot-Bezirk Mödling umgesetzt werden. Dazu werden ab sofort Sicherheitsbürger gesucht, die gemeinsam mit noch zu bestimmenden Sicherheits-Gemeinderäten und Polizeibeamten eine „Gemeinsam sicher“-Achse bilden werden. Fix ist bereits, dass der 2. Polizeiinspektionskommandant-Stellvertreter Johann Haider „Kontaktbeamter“ der Mödlinger Exekutive sein wird. 

Er erwartet sich eine Win-win-Situation für alle: „Wenn die Bevölkerung wachsamer ist, ist es auch für uns leichter, rasch zu reagieren.“ Nähere Details wird es nach den Osterfeiertagen geben. Dann wird auch feststehen, wer die Polizeiansprechpartner in den anderen zehn Polizeinspektionen des Bezirks sein werden.

"Sicherheitsgemeinderat" wird einberufen

Neben den freiwilligen Sicherheitsbürgern wird jede Gemeinde einen „Sicherheitsgemeinderat“ einberufen, sozusagen als weiteres Bindeglied zwischen Bürgern-Sicherheitsbürgern und Behörden.

Mit im Boot bei  „Gemeinsam sicher“ ist auch der österreichische Gemeindebund. Präsident  Helmut Mödlhammer meint dazu: „Es ist wesentlich vernünftiger und zielführender, die Achse Polizei und Bevölkerung durch den Sicherheitsgemeinderat zu stärken, als eigene Bürgerwehren zu gründen.“
Start des Projekts ist im April, die Pilotphase mit wissenschaftlicher Begleitung läuft bis Jahresende. Nächstes Jahr soll das Projekt österreichweit ausgerollt werden.

„Wir wollen durch ,Gemeinsam sicher‘ eine bessere Vernetzung auf allen Ebenen erreichen“, bringt es Markus Haindl auf den Punkt.