Erstellt am 10. November 2015, 05:32

von Gila Wohlmann

Bundesheer erhöht Cyber-Kompetenz. Militär beriet mit Experten Abwehrmöglichkeiten gegen Attacken im Web.

Walter Unger vom Abwehramt, Sebastian Schrittwieser vom Josef-Ressel-Zentrum und der Vizepräsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Andreas Könen (v. l.) referierten und diskutierten in St. Pölten über Gefahren und Chancen der vernetzten Welt.  |  NOEN, Gila Wohlmann
„Vor rund 15 Jahren erkannten wir, dass wir im Bereich Cyber-Attacken noch große Wissenslücken hatten und hier dringend Handlungsbedarf bestand“, erklärt Walter Unger vom Abwehramt des Bundesheeres, warum das Heer mittlerweile die 14. Informations-, Kommunikations-Technologie-Sicherheitskonferenz (IKT), die in der Vorwoche erstmals in der Fachhochschule St. Pölten abgehalten wurde, veranstaltet hat.

„Schließlich sind wir das Sicherheitsnetzwerk der Republik. Wir müssen auch dann noch funktionieren, wenn alle anderen Strukturen zusammenbrechen!“, so Unger. Der ursprünglich heeresinternen Veranstaltung schlossen sich rasch andere Interessenten an. Rund 1.200 Besucher aus den Reihen des Bundesheeres, Sicherheitsbeauftragte großer Unternehmen und Behörden konnten sich heuer über Cyber-Bedrohungen sowie Absicherungsmöglichkeiten informieren. Einer der hochrangigen Vortragenden war Andreas Könen, Vizepräsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik in Deutschland. Er gab einen Überblick zur Cybersicherheitslage Europas: „Alles wird zum Computer!“, betont er, „auch der Mensch durch seine Ausstattung, sei es durch das Smartphone, die Smartwatch oder den Boardcomputer im Auto.“

Bekleidungsstücke als „Computer“

„Kleidungsstücke werden mit Chips versehen, so wird der Träger auf Werbeangebote von Geschäften, an denen er vorbeigeht, informiert“, nennt er Zukunftsszenarien. Sebastian Schrittwieser von der FH St. Pölten stellte indes das Forschungsprojekt „Target“ zur Abwehr von Cyber-Attacken vor. Auch das österreichische Heer ist vor Cyber-Attacken nicht gefeit, wenn es sich auch meist um „die üblichen Massen-Spammails handelt“, wie Unger betont.

Durch die Schaffung des Military Computer Emergency Readiness Teams, kurz milCERT, erfolgte ab Mai 2013 ein wesentlicher Schritt zur Stärkung der Cyber-Defence-Fähigkeiten. Nach einer mehrjährigen Planungsphase wird das milCERT nun zu einem Cyber-Defense-Center ausgebaut.