Krems

Erstellt am 16. Mai 2017, 01:15

von Jutta Hahslinger

Brutale Brüder und sehr viele Lügen. Mit einer Schädelfraktur und schweren Augenverletzungen endete Security-Einsatz für zwei Personen.

Albin K. (29) wurde zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Sein Bruder fasste drei Jahre aus, eines muss er absitzen.  |  Hahslinger

Die Silvesterveranstaltung „Christmas Club“ zum Jahreswechsel 2016 im Gewerbepark in Krems war friedlich und ausgelassen im Gange, als das kosovarische Brüderpaar Albin (29) und Erzen K. (27) gegen 1.30 Uhr angeheitert eintrudelte. Schon nach wenigen Minuten gab es Ärger, weil Erzen K. eine 23-Jährige begrapschte und deren Freund ihn zur Rede stellte.

Der 27-jährige Grapscher war offensichtlich auf Krawall gebürstet, denn er fuhr sofort die Fäuste aus und schlug auf die beiden Begleiter der 23-Jährigen ein. In der Folge versuchten Sicherheitsleute, schlichtend in die Auseinandersetzung, in die sich der Bruder von Erzen K. noch eingemischt hatte, einzugreifen. Dabei wurden zwei Security-Leute, die 25-jährige Nicole S. und ihr Kollege Gabriel K. (51), schwer verletzt. Beide erlitten eine Schädelfraktur und Augenverletzungen.

"Er kaufte sich Zeugenaussagen"

Während die Prügelopfer blutend am Boden lagen, hatte sich das Brüderpaar aus dem Staub gemacht.

Der vorbestrafte Albin K. wusste, was ihm strafrechtlich drohte, und versuchte, die Sache außergerichtlich mit Geld zu regeln: Er kaufte sich entlastende Zeugenaussagen und Alibis.

Zunächst schien der Plan des Brüderpaares aufzugehen, dann knickte das 25-jährige Prügelopfer ein. Es sagte die Wahrheit und gab die gekaufte Falschaussage bei der Polizei zu.

Für die falsche Beweisaussage wurde die 25-Jährige zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2.380 Euro verurteilt. Ihr 51-jähriger Kollege wurde für seine Falschaussage zu sechs Monaten bedingt und 240 Euro Geldstrafe verurteilt.

Ein 31-Jähriger, der den Brüdern ein falsches Alibi geliefert hatte, fasste eine teilbedingte Geldstrafe von 2.760 Euro aus.

Für das Brüderpaar setzte es empfindliche Freiheitsstrafen: Der bislang unbescholtene Erzen K. wurde zu drei Jahren, davon ein Jahr hinter Gittern, verurteilt. Der vorbestrafte Albin K. wurde zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.