Erstellt am 07. Juni 2016, 05:10

von Claudia Stöcklöcker

„Weinen Sie doch die Grabsteine an“. Pensionist machte 84-jähriger Nachbarin und deren Tochter das Leben zur Hölle. Dafür setzt es drei Monate Bewährungsstrafe.

Nachbar beschimpft Frauen über Gartenzaun.  |  NOEN, Symbolfoto: Wodicka
„Er trinkt sehr gerne, sehr oft und sehr viel und dann verliert er die Hemmschwelle“, sagt eine Waidhofnerin (53) zum Richter. Ihr und ihrer 84-jährigen Mutter macht ein Nachbar seit Monaten das Leben schwer. Beharrliche Verfolgung wird dem Pensionisten vorgeworfen.

Wegen einer Birke habe der Konflikt mit dem 64-Jährigen begonnen, erzählt die Waidhofnerin. „Er sagt Hermann Göring, dicker Hermann und fette Sau von nebenan zu mir, sicher zwei Mal pro Woche“, sagt sie.
Und weiter: „Grunz-, Würge-, und Kotzgeräusche gibt er von sich, sobald meine Mutter und ich im Garten sind.“

Maßlos enttäuscht ist die 84-Jährige. „Ich kenne ihn von klein auf und hatte zu seiner Mutter ein gutes Verhältnis. Einmal, da wollt ich mit ihm in Ruhe reden, so wie es sich gehört. Da hat er zu mir gesagt, ich solle zum Friedhof gehen und die Grabsteine anweinen.“

In ihren Garten gehen die beiden Frauen schon lange nicht mehr. „Es ist bei den Frauen bereits zu massiven psychischen Beeinträchtigungen gekommen“, sagt Opferrechtsanwältin Elisabeth Januschkowetz.

Richter: „Es steckt Methode dahinter“

Der Angeklagte zeigt wenig Einsicht. „Ich amüsiere mich“, lacht er. Und setzt fort: „Göring hab’ ich nie gesagt, ich tendiere ja zum anderen Lager. Und Hermanns gibt es viele, es könnte ja auch der Groër gemeint sein.“ Der Richter lässt das nicht gelten. „Es steckt Methode dahinter“, meint er.

Da besinnt sich der Angeklagte eines Besseren und gibt zu: „Ich wollte die Frauen ärgern.“ Und fügt hinzu: „Wenn ich in meinem Garten nicht rülpsen darf, verkaufe ich mein Haus an eine türkische Großfamilie!“
Für den 64-Jährigen setzt es drei Monate bedingt, ein Bewährungshelfer wird zur Seite gestellt. Nicht rechtskräftig.