Erstellt am 19. April 2016, 06:04

von Jutta Hahslinger

Pony abgestochen, weil das Futter fehlte. Aus Geldnot ließ Weinviertler ein Pony über Monate hungern, dann schnitt er dem Liebling seiner Tochter die Kehle durch.

Kein Geld für Futter, da stach Weinviertler Pony der Tochter einfach ab.  |  NOEN, Symbolfoto/Shutterstock

„Wie kann man einem wehrlosen Tier nur solche Qualen bereiten? Das Pony war zu klein, um über das Gatter an den Heuballen zu reichen. Es hungerte über Wochen mit dem Blick auf Futter und war bis zu seinem blutigen Ende bis auf die Knochen abgemagert. Es verreckte elendiglich“, zeigt Staatsanwältin Kainz-Temsch schonungslos die Tierquälerei eines Pferdebesitzers (33) aus dem Bezirk Gänserndorf auf.

„Meine Tochter ist eine Pferdenärrin. Als mir zwei Pferde genommen wurden, war sie traurig und da habe ich ihren Herzenswunsch nach einem Pony erfüllt. Es war mein Fehler, dass ich die wirtschaftliche Seite nicht bedacht habe“, sagt der Arbeitslose und er gibt zu, aus Geldnot den achtjährigen Ponyhengst nicht versorgt zu haben. „Wasser hätten Sie dem Tier wenigstens geben können“, entgegnet Richter Manfred Hohenecker harsch und will wissen: „Das war ein Blutbad. Woher nahmen Sie die Härte, einem Tier die Kehle aufzuschneiden? Sind Sie gelernter Fleischer?“

Amtstierarzt: Das Tier hat zweifellos gelitten

„Nein“, antwortet der Weinviertler leise und beteuert: „Ich war in Panik.“

„Das Tier hat zweifellos gelitten“, bestätigt ein Amtstierarzt. Das Pony habe aufgrund der Mangelernährung bereits an einem blutenden Magengeschwür und einer hochgradigen Verstopfung des Dickdarms gelitten. In diesem Zustand wäre das Pony nicht mehr zu retten gewesen, erläutert der Tiermediziner.

Für den Familienvater setzt es wegen Tierquälerei sechs Monate bedingt (nicht rechtskräftig). „Wenn Sie in den nächsten drei Jahren einem Tier nur ein Haar krümmen, sitzen Sie“, mahnt der Richter.