Vösendorf

Erstellt am 17. August 2016, 21:28

Rasche Hilfe für verletzte Waldohreule. Greifvogel hatte sich in Zaun verfangen und konnte von Spaziergängern befreit werden. Tier wurde operiert und dürfte wieder ganz genesen.

Sofortige Hilfe für einen nicht alltäglichen Patienten im Wiener Tierschutzverein (WTV): Eine verletze Waldohreule wurde in der Tierklinik Traiskirchen (Niederösterreich) abgegeben und zur Behandlung ins Wiener Tierschutzhaus nach Vösendorf gebracht.

Zwei Passanten hatten das hilflose Tier beim Spazierengehen im Raum Traiskirchen entdeckt. Es hatte sich in einem Stacheldrahtzaun verfangen und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.

Das Paar griff beherzt ein, schnitt das Tier vom Zaun und brachte es umgehend in die Tierklinik. Dort wurde die Erstversorgung der Eule vorgenommen ehe sie zur Weiterbehandlung in den WTV gebracht wurde.

Wiederbelebung durch Mund-Schnabel-Beatmung

Ein Röntgen durch die WTV-Tierärztin brachte schließlich die genauen Details der Verletzung ans Licht: Die Eule hatte insgesamt vier Löcher im linken Flügel nahe des Schultergelenks.

Das Tier wurde umgehend in Narkose gelegt und operiert. Dabei wurden die Wunden chirurgisch versorgt, sprich gereinigt, desinfiziert und vernäht. Besonders dramatisch: Während des Eingriffs setzte für kurze Zeit die Atmung des Greifvogels aus. Die Ärztin reagierte sofort und konnte das Tier zum Glück per Mund zu Schnabel-Beatmung wiederbeleben.

Nach der OP wurden der Eule noch Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht. Da glücklicherweise keine Knochen beschädigt wurden, ist die Tierärztin optimistisch, dass das Tier wieder vollständig genesen wird.

Neue Heimat in Eulen- und Greifvogelstation Haringsee

Die Waldohreule bleibt noch einige Zeit zur Erholung, Beobachtung und Nachbehandlung im Kleintierhaus des Wiener Tierschutzvereins, ehe sie in die Obhut der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS), geleitet von WTV-Vorstandsmitglied Hans Frey, übergeben wird.

Waldohreulen gehören zu den gänzlich geschützten Tieren Österreichs und sind in Teilen unserer Heimat potentiell stark gefährdet, etwa in der Steiermark und Tirol.