Erstellt am 14. Juli 2016, 12:47

Drohnen im sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz. "Sicherheitspolizeilicher Assistenzeinsatz Migration/hsF (hilfs- und schutzbedürftige Fremde)": Unter diesem Titel erprobt das Bundesheer aktuell auch Drohnen an der burgenländisch-ungarischen Grenze.

 |  APA (dpa)

Geflogen wird laut Oberst des Generalstabes Gernot Gasser vom Militärkommando im Raum Zurndorf/Nickelsdorf und im südlichen Seewinkel. Der am Montag gestartete Test läuft bis 21. Juli.

Das Bundesheer steht seit Mitte September vergangenen Jahres im sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz, erinnerte Gasser am Donnerstag in Zurndorf. Aktuell seien 700 Soldaten aufgeboten, davon 419 im Burgenland, die übrigen in der Steiermark und in Kärnten.

Das Drohnensystem "Tracker" ist ein unbemanntes militärisches Luftfahrzeug mit dazugehöriger Bodenkontrollstation, Tag- und Nachtsichtkamera sowie einer Zielverfolgungsantenne. Das Bundesheer habe sechs derartige Systeme mit jeweils drei Flugkörpern angeschafft, sagte Gasser. Die Kosten bezifferte er mit drei Millionen Euro.

Test erfolgt in Abend- und Morgendämmerung

Der Test im Burgenland erfolge derzeit in der Abend- und Morgendämmerung, erklärte Oberstleutnant Dietmar Rath, Leiter der Verfahrenserprobung. Der Grenzbereich in den beiden genannten Räumen, "Box" genannt, könne eingesehen werden. Bis Donnerstag hatte der Drohneneinsatz noch keine Aufgriffe von Flüchtlinge zur Folge. Insgesamt sind die Zahlen stark zurückgegangen. Am Mittwoch seien elf Flüchtlinge im Burgenland aufgegriffen worden, sagte Gasser.

Die Flugkörper des Drohnensystems "Tracker" sind 8,7 Kilo schwer, bis zu 90 km/h schnell und haben eine Reichweite von 20 Kilometern. Sie werden von jeweils zwei Elektromotoren angetrieben und können bis zu 90 Minuten unterwegs sein. Ihre Einsatzhöhe liegt bei 600 Metern. Sturmböen wie am Donnerstag halten die Drohen am Boden. Starts seien bei Windgeschwindigkeiten bis knapp über 50 km/h möglich, erläuterte Rath und fügte hinzu, dass "nicht über besiedeltes Gebiet geflogen" werde.