Erstellt am 20. November 2015, 11:34

Verein Neustart gewinnt NÖ Kinderrechtepreis. Das Projekt Sozialnetz-Konferenz mit dem Ziel Hafttage bei Jugendlichen zu verringern wurde ausgezeichnet.

Der Verein NEUSTART gewann den Niederösterreichischen Kinderrechtepreis 2015.  |  NOEN, Kurt Koblizek/Neustart
Am Mittwoch fand das Symposium „Kinderrechte - Wunsch und Wirklichkeit: Kinder haben Rechte - oder ..."  an der Donauuniversität Krems statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden auch die diesjährigen Kinderrechtepreise vergeben.

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Im Artikel 40 der Unicef - Konvention über die Rechte des Kindes wird die Behandlung des Kindes im Strafrecht und Strafverfahren festgehalten.

Darin erkennen die Vertragsstaaten das Recht jedes Kindes an, das der Verletzung der Strafgesetze verdächtigt, beschuldigt oder überführt wird, in einer Weise zu behandeln, die das Gefühl des Kindes für die eigene Würde und den eigenen Wert fördert, seine Achtung vor den Menschenrechten und den Grundfreiheiten anderer stärkt und seine soziale Wiedereingliederung fördert.

"Konstruktiver und nachhaltiger Beitrag"

In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Justiz entwickelte und erprobte NEUSTART die Sozialnetz-Konferenz als Maßnahme zur Haftvermeidung oder Haftverkürzung um dadurch die Reduktion schwerwiegender Haftfolgen bei Jugendlichen zu ermöglichen.
 
In einer Konferenz des sozialen Netzes – Teilnehmer sind Eltern, Verwandte, Freunde, Arbeitgeber, Schule, soziale Einrichtungen und vor allem der Jugendliche selbst - wird ein Plan erarbeitet, der dem Gericht als Grundlage für die Entscheidung über eine Enthaftung vorgelegt wird.
 
Die ersten Erfahrungen zeigen, dass die Sozialnetz - Konferenz in vielen Fällen das Ziel der Enthaftung erreicht. Für die Jury stellt dieses Modell einen konstruktiven und nachhaltigen Beitrag zur Umsetzung des Artikels 40 der Unicef- Konvention dar.
 
Zusätzlich zur Prämierung wurde der Verein NEUSTART für die Sozialnetz-Konferenz vom Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll symbolisch zum „Botschafter der Kinderrechte“ ernannt.
 
In Vertretung des Landeshauptmannes war die Landesrätin für Bildung und Soziales, Barbara Schwarz, beim Symposium anwesend. Die Preisverleihung wurde von Donauuni-Vizerektorin Monika Kil, Johannes Kerschbaumer (ebenfalls Donau-Universität) sowie von der Kinder - und Jugendanwältin für NÖ, Gabriela Peterschofsky-Orange, vorgenommen.