Erstellt am 21. Juni 2016, 05:15

von Jutta Hahslinger

Satte Provision fürs Geldwaschen. Hausbesorgerin will nur aus Liebe Geld über ihr Konto transferiert haben. Über ein Drittel der Summe behielt sie selbst ein.

Über 13.000 Euro zweigte die Angeklagte ab.  |  NOEN, www.BilderBox.com

Auf Partnersuche im Internet geriet eine 53-jährige Hausbesorgerin aus dem Bezirk Schwechat unter anderem an „General Campbell der amerikanischen Armee“.

„Mein Gesicht hat ihm gefallen. Er wollte zur mir kommen und mich heiraten“, erzählt die 53-Jährige vor Gericht. Sie gibt zu, dass sie blind vor Liebe jegliche Bedenken über Bord geworfen und im Februar dieses Jahres die Bitte des Generals, Geld von seinen chinesischen Agenten über ihr Konto weiterzuleiten, erfüllt habe. Eine kleine Provision habe sie dafür auch erhalten, räumt sie ein. Sie sieht sich aber selbst als Opfer und bekennt sich zum Vorwurf der Geldwäscherei nicht schuldig.

„Die Liebe kann nicht so groß gewesen sein. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass der Herr General begeistert war, dass Sie von 34.662 Euro einfach 13.584 Euro für sich einbehalten und veruntreut haben“, entgegnet Richter Dietmar Nußbaumer harsch, sichtlich mit seiner Geduld am Ende.

Richter kaufte Naivität nicht ab

Er kauft der Beschuldigten ihre beteuerte Naivität und Einfalt nicht ab: „Im Herbst vergangenen Jahres wurde ein Verfahren gegen sie wegen Geldwäscherei eingestellt. Die damals ermittelnden Beamten der Polizeiinspektion Fischamend haben Sie darauf aufmerksam gemacht, dass diese Art der Überweisungen strafbar ist. Damals nahm man Ihnen die Unwissenheit und beteuerte Naivität ab. Heute nicht mehr“, erklärt der Richter.

Die Angeklagte erkennt, dass sie mit der Naivitäts- und Liebesmasche nicht weiterkommt. Sie legt schlussendlich ein Geständnis ab und pocht auf Milde: „Ich bereue es zutiefst. Mein behinderter Sohn (27) braucht mich.“

Für die bislang Unbescholtene setzt es wegen Geldwäscherei und Veruntreuung zwei Jahre auf Bewährung. Rechtskräftig.