Erstellt am 12. Januar 2016, 08:56

von Jutta Hahslinger

Wahlonkel entpuppte sich als Pornofotograf. Weinviertler lichtete achtjährige Tochter seines ahnungslosen Freundes ab und stellte die Pornofotos „für Interessierte“ ins Netz.

 |  NOEN, Symbolbild
Beim Durchforsten des Internets nach kinderpornografischem Material stießen Ermittler auf Fotos eines achtjährigen Mädchens: Das Kind posierte mit gespreizten Beinen, wobei es einen Slip mit offenem Schritt trug.

Die Beamten verfolgten die Spur im Netz und stießen auf einen heute 46-jährigen Angestellten aus dem Bezirk Mistelbach.

„Ich bin zufällig auf eine Kinderpornoseite gestoßen und dann sucht man halt einfach weiter. Mit der Zeit habe ich gewusst, wie man an verbotene Kinderfotos kommt“, erzählt der Weinviertler vor Gericht. „Und dann haben Sie auch noch für Nachschub an derartigen Bildern im Netz gesorgt und das Vertrauen eines achtjährigen Kindes zu seinem Wahlonkel schändlich missbraucht“, kommentiert Richterin Monika Fasching-Lattus harsch.

"Mädchen hat nur meine Anweisungen befolgt“

„Ja“, kommt es leise von dem 46-Jährigen. Er habe die Tochter seines besten Freundes daheim und bei einem Badeausflug in einem Höschen mit offenem Schritt in aufreizenden Stellungen posieren lassen und davon Fotos angefertigt. Die Bilder habe er dann für Interessierte ins Internet gestellt, gesteht der Weinviertler und beteuert: „Ich habe das Mädchen aber nie unsittlich berührt. Es hat nur meine Anweisungen befolgt.“

„Für meine Kleine war er wie ein Onkel. Das hat er schamlos ausgenutzt. Zum Glück hat meine Tochter gar nicht mitbekommen, was sich da abgespielt hat. Er war mein bester Freund und ich habe ihm vertraut. Nie hätte ich das von ihm geglaubt“, erzählt der Kindsvater, sichtlich entsetzt und fassungslos über die Schandtat seines besten Freundes.

Der bislang unbescholtene Weinviertler wird wegen der Anfertigung und der Verbreitung pornografischer Darstellungen einer Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe von zwölf Monaten und einer unbedingten Geldstrafe von 7.740 Euro (oder 90 Tage Arrest) verurteilt (nicht rechtskräftig).