Update am 14. April 2017, 10:48

von Redaktion noen.at

Betrüger drohen mit Pfändung und wollen Gutscheine. Arbeiterkammer und Landeskriminalamt warnen vor Zahlungsaufforderung per Mail.

Auszug aus der Mahnung  |  AK Niederösterreich

Eine offene Rechnung begleichen, ansonsten wird gepfändet!  Mit dieser Aufforderung wendet sich derzeit ein angebliches Inkassobüro aus Deutschland an Menschen in Niederösterreich und im Burgenland. Die Arbeiterkammer und das Landeskriminalamt warnen Betroffene davor, zu zahlen, denn beim Absender handelt es sich um Betrüger.

„Wer ein solches Mail bekommt, sollte unverzüglich Anzeige bei der Polizei erstatten“, sagt Niederösterreichs AK-Präsident Markus Wieser. „Hier sollen Betroffene eingeschüchtert und zur Zahlung gedrängt werden", so NÖ Landespolizeidirektor Franz Prucher.

Amazon-Gutscheine in Höhe von 750 €

Das Inkassobüro namens Steinbach & Partner mit Sitz im deutschen Frankfurt/Main weist im Mail auf eine weiter zurückliegende Anmeldung auf der Webseite routenplaner-maps.com hin. Daher wäre eine Rechnung offen, die mittels Zusendung von Amazon-Gutscheinen in Höhe von 750 Euro beglichen wäre. Andernfalls drohen die Betrüger mit einem gerichtlich erwirkten Pfändungsbescheid.

„Die betroffenen Konsumenten haben den Routenplaner im Vorjahr zwar tatsächlich genutzt, bezahlen müssen sie dennoch nicht“, meint Eva Schreiber von der Konsumentenberatung der AK-Burgenland. „Abgesehen davon, dass Drohungen haltlos und die Vorgangsweise höchst unseriös ist, wurde auf der Webseite nur im Kleingedruckten darüber informiert, dass man mit der Registrierung einen 24-Monats-Vertrag zum Preis von 500 Euro abschließt."

Eine Frau aus Mistelbach wandte sich kürzlich völlig verunsichert an die Konsumentenberatung der AK Niederösterreich, weil das angedrohte Pfändungsdatum nahte. Dabei wurde ihr sogar mitgeteilt, dass zur Schuldeinholung auch ein Schlüsseldienst sowie ein LKW zum Abtransport des Pfändungsguts mitgeschickt werde, was noch mehr Kosten verursachen werde.

Die AK und das Landeskriminalamt stellen dazu klar, dass eine derartige Pfändung ausschließlich ein Gerichtsvollzieher durchführen darf. Deshalb soll der Aufforderung in keinem Fall nachgekommen werden. Mittlerweile wurde die Homepage zwar geändert, für die Konsumenten, die diese Inkassoschreiben erhalten haben, ist dies jedoch nicht relevant. Die Konsumentenschützer empfehlen Betroffenen, bei der Polizei Anzeige zu erstatten: 059 133!