Erstellt am 24. Mai 2016, 07:14

von Gila Wohlmann

Kühles Nass kann gefährlich werden. Gerade zu Badesaisonbeginn passieren Unfälle. Kinder im Auge behalten!

Die Mitglieder der Wasserrettung sind rasch zur Stelle, wenn Unfälle in Flüssen oder Seen passieren.  |  NOEN, Wasserrettung NÖ
Dramatische Szenen vor einigen Wochen im Hallenbad „Aquacity“ St. Pölten: Ein zweijähriger Bub stürzt in einem unbeaufsichtigten Moment ins Erlebnisbecken.

Badegäste sahen das Kleinkind ohne Schwimmflügel an der Wasseroberfläche treiben und schrien um Hilfe. Jugendliche und der Bademeister retteten dem Kleinen das Leben.

Jetzt naht die Haupt-Badesaison. Ob Freibad, See oder Fluss: Unfälle bleiben da nicht aus, wissen die Mitglieder der Wasserrettung. „Kleine Kinder sind besonders gefährdet, da sie die Gefahren nicht abschätzen können“, weiß Gabi Leister, Mitglied der Wasserrettung in St. Pölten und selbst Notärztin. Aufsichtspersonen seien daher besonders gefordert, den Kindern Schwimmhilfen anzulegen und immer ein Auge auf die Kleinen zu haben.

Kreislaufprobleme bei Erwachsenen

Doch auch Unfälle mit Erwachsenen sind allgegenwärtig. „Nicht jeder Körper kommt zu Beginn der Badesaison mit dem Kühlen Nass gleich zurecht“, bestätigt die Intensivmedizinerin: „Meist sind es Kreislaufprobleme, die bis zur Bewusstlosigkeit gehen können. Ursache sind die plötzliche Abkühlung oder auch Überanstrengung.“
Das kann dramatische Folgen haben. „Bewusstlosigkeit führt im schlimmsten Fall zum Ertrinken“, warnt die Ärztin.

Kinder sollten so früh wie möglich schwimmen lernen, Erwachsenen rät Gerhard Karner, Leiter der Wasserrettung NÖ, den Besuch eines Rettungsschwimmkurses: „Hier lernt man Grundkenntnisse des Rettens Verunfallter oder auch die Selbstrettung bei Krämpfen oder nach Eiseinbruch im Winter.“ Wer selbst Retter werden möchte, kann der Wasserrettung beitreten. Hier kann man sich dann spezialisieren.

„Wir haben Taucher, Wildwasserretter, Nautiker und Rettungsschwimmer. Und alle haben eine Grundausbildung in Erster Hilfe“, sagt Karner. Prinzipiell gelte, dass man sich selbst nie überschätzen und auch die Tücken wilder Gewässer nicht unterschätzen dürfe. „Übermut darf nie die Vernunft überwiegen!“