Wiener Neustadt , Baden

Erstellt am 11. August 2017, 09:00

von Andreas Fussi und Redaktion noen.at

Spur der Verwüstung nach Unwetter im Industrieviertel. Heftige Gewitterfronten halten seit Donnerstagnachmittag die freiwilligen Feuerwehren‎ auf Trab.

Alleine im Bezirk Baden wurden bis Freitag-Früh knapp 100 Feuerwehreinsätze verzeichnet.

Massive Niederschläge, begleitet mit Sturmböen um die 100 km/h, sorgten für Straßenüberflutungen, entwurzelten mehrere Bäume, wobei einige auch auf geparkte Fahrzeuge oder Stromleitungen stürzten, rissen zahlreiche Gegenstände mit und fluteten Keller bzw. Gebäude. In manchen Gemeinden kam es dadurch sogar zu größeren Stromausfällen.

Auch in der Nacht zogen zwei heftige Gewitterfronten über den Bezirk. Wieder stürzten Bäume, Äste, über Fahr- und Gehwege, auf geparkte Fahrzeuge, oder erfassten Stromleitungen. Nun waren die Sturmböen so stark, dass sogar Dächer weggerissen wurden, wie zum Beispiel in Trumau und Weigelsdorf.

Überflutete Straßen sorgten für Behinderungen

Auch Straßenüberflutungen sorgten für Behinderungen oder Wasser drang in Gebäuden ein. Bis in die heutigen frühen freitags Morgenstunden waren 29 Freiwillige Feuerwehren im Bezirk Baden mit 200 Feuerwehrleuten bei 97 Einsätzen gefordert und mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Zu einem Kellerbrand kam es in Weissenbach a. d Triesting, wobei eine Waschmaschine in Brand geriet. Witterungsbedingt musste auch zu einigen Fahrzeugbergungen, Brandmelder-Täuschungsalarmen  und Personenbefreiungen aus Liftkabinen, aufgrund von Stromausfällen, ausgerückt werden.

In Haschendorf entfloh eine Schafherde, welche über den umgerissenen Zaun aus der eingezäunten Weide entkam. Privatpersonen und der Besitzer fingen die Tiere schließlich wieder ein.

In Kottingbrunn stürzte ein Ast auf zwei geparkte Fahrzeuge. Der Ast wurde von der Feuerwehr entfernt.

Im Stadtgebiet von Baden stürzten zahlreiche Äste auf Gehwege und Fahrbahnen. Weiters wurden Baugitter umgeworfen.

Mehr Infos auf www.bfkdo-baden.com

Bezirk Wiener Neustadt ebenfalls massiv betroffen

Eine Spur der Verwüstung hinterließ das Unwetter auch in Wiener Neustadt. Innerhalb von nur drei Stunden musste allein die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt zu 30 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Die Besetzung der Bezirksalarmzentrale wurde verstärkt, um alle Notrufe und Einsätze im Bezirk abzuarbeiten.

Als das Gewitter sich langsam abschwächte und die großen Schäden sichtbar wurden, begannen die Telefone in der Bezirksalarmzentrale zu läuten. Das sollten sie fast zwei Stunden durchgehend tun!

Um 21.45 Uhr wurde die gesamte Mannschaft der Feuerwehr Wiener Neustadt per Pager alarmiert. Während die anwesende Hausmannschaft schon einige Zeit vorher damit begann, die zahlreichen Einsätze abzuarbeiten, rückten kurz nach dem Sammelruf mehrere Fahrzeuge in alle Himmelsrichtungen von Wiener Neustadt aus. Teilweise waren 8 Fahrzeuge gleichzeitig bei den verschiedenen Einsatzstellen tätig.

Hauptsächlich galt es, abgerissene Äste und umgestürzte Bäume von den Fahrbahnen zu räumen. Auch zu losen Bauteilen und verwehten Baustellengittern rückten die Einsatzkräfte aus. Nahe des Rechturms stürzte ein dickerer Ast auf die Straße und blockierte diese teilweise. Bei einer Tankstelle lösten sich Teile des Flachdaches. Auch die Raugasse war über mehrere Meter blockiert.

Der Bezirk Wiener Neustadt ist ebenfalls stark betroffen. In der Alarmzentrale wurden mehrere dutzend Einsätze aus dem ganzen Bezirk entgegengenommen und die zuständigen Feuerwehren alarmiert.