Erstellt am 06. April 2016, 10:24

von Gila Wohlmann

Wenn Kinder zu Polizisten werden. Das BMI-Projekt "Kinderpolizei" wird jetzt über Elternschiene landesweit forciert.

Nicole Gruber-Pimperl ist im Vorstand des Landesverbandes der Elternvereine und Verkehrserziehungsbeamtin.  |  NOEN, privat

"Kinder müssen frühzeitig über die möglichen Gefahren des Lebens Bescheid wissen, ohne sie dabei zu verängstigen. Und sie sollen ein positives Bild von der Polizeiarbeit haben“, sagt Nicole Gruber-Pimperl, Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Elternvereine.

Wie fördert man das Gefahrenbewusstsein und die Polizei-Akzeptanz am besten? Indem man Kinder selbst zu „Polizisten“ macht. Gruber-Pimperl, selbst zweifache Mutter, ist Polizistin auf der Herzogenburger Dienststelle, Verkehrserziehungsbeamtin und koordiniert jetzt landesweit die Neubelebung des bundesweiten Projekts des Innenministeriums „Kinderpolizei“. Dieses gibt es schon seit dem Jahr 2000 und richtet sich an Volksschüler ab der zweiten Schulstufe.

Vermittelte Inhalte sehr vielfältig

Gruber-Pimperl möchte das Projekt jetzt über die Elternvereinsschiene forcieren und dabei ihr Fachwissen als Polizeibeamtin einbringen. „Die Verkehrserziehung durch die Polizei ist im Unterrichtsplan der Volksschulen fix verankert, die Kinderpolizei läuft indes auf freiwilliger Basis. Leider ist das Interesse an den Schulen unterschiedlich“, ist ihr aufgefallen.

Dies führt sie auch darauf zurück, dass manche Pädagogen wie Eltern das Projekt zu wenig kennen. „Dieses ist sehr vielfältig und reicht von der Bewusstmachung von Gefahren im Straßenverkehr über das Verhalten gegenüber Fremden bis hin zu Skipistenregeln“, verrät sie. Ein Verkehrserziehungsbeamter kommt dazu regelmäßig in die Schule und bildet die Mädchen wie Buben zu Kinderpolizisten aus, damit diese um die Gefahren wissen und andere davor warnen. Zum Abschluss bekommen die Kinderpolizisten einen „Polizeiausweis.“

Neustart des Projekts war jetzt im Bezirk St. Pölten-Land. Diese Woche wird es im Bezirk Lilienfeld Elternvertretern vorgestellt. „Diese sollen dann in der Schule die Teilnahme am Projekt forcieren“, so Gruber-Pimperl. Die Kinderpolizei bekam 2004 vom „Kuratorium für Verkehrssicherheit“ den Verkehrssicherheitspreis verliehen. Siehe auch: www.kinderpolizei.at