Eisenstadt

Update am 14. Februar 2017, 11:55

von BVZ Redaktion

Watschen im Eisenstädter Festsaal. Ohrfeigen zwischen Star-Psychologin Rotraud A. Perner und ORF-Burgenland-Redakteur. Dieser wurde nun dienstfrei gestellt.

Psychologin Rotraud A. Perner. Schwere Vorwürfe. Foto: Crapelle  |  Esther Crapelle/Atelier Mystiq

Die tätliche Auseinandersetzung zwischen der bekannten Psychologin Rotraud A. Perner aus Matzen (Bezirk Gänserndorf) und einem Redakteur des ORF Burgenland zieht bereits weite Kreise. Nach dem Vorfall, der sich in der Vorwoche bei einer Veranstaltung in der Wirtschaftskammer in Eisenstadt ereignet hatte, wurde der Redakteur dienstfrei gestellt.

Auf Diskussion folgte Handgemenge

Rotraud A. Perner war als Gastreferentin zum Vortrag vor Lehrlingsausbildern in der Wirtschaftskammer geladen. Nach der Ankunft im Festsaal, so schreibt die Psychologin in ihrem Online-Blog, habe sie sich zum Rasten kurz setzen wollen. Ein „junger Mann“ – der sich später als ORF-Redakteur herausstellte, der über die Veranstaltung berichten sollte – hätte daraufhin gemeint, der Stuhl sei besetzt.

Es folgte eine Diskussion, dann ein Handgemenge, in dem sowohl Perner als auch der Redakteur eine Ohrfeige „ausgeteilt“ haben sollen. Nach ihrem Vortrag erstattete Perner Anzeige gegen den ORF-Burgenland-Redakteur und ließ sich im Krankenhaus Eisenstadt behandeln.

Auf BVZ-Anfrage betont ORF-Landesdirektor Werner Herics: „Der ORF bedauert diesen Vorfall sehr und hat sein Bedauern und eine Entschuldigung Frau Dr. Perner gegenüber auch schon zum Ausdruck gebracht. Der ORF wird selbstverständlich alles tun, um den Sachverhalt sowohl intern als auch in Zusammenarbeit mit den Behörden lückenlos aufzuklären, und in der Folge allfällige Konsequenzen daraus ziehen. Der Mitarbeiter ist bis auf Weiteres dienstfrei gestellt.“

Perner: Leide nach wie vor an Schmerzen

Gegenüber der APA sagte Perner, dass sie sich kurz auf einem freien Sessel neben dem ORF Redakteur ausruhen hätte wollen. Dieser habe ihr allerdings zu verstehen gegeben, dass der Platz besetzt sei. Als sie sich dennoch setzen wollte, soll der Mann sie gepackt und weggestoßen haben. Daraufhin habe sie ihm reflexartig einen "Backenstreich" gegeben. Der Mann habe ihr infolge einen "Faustschlag" versetzt, worauf sie zu Boden gegangen sei. Sie erinnere sich noch gut an das "wutverzerrte Gesicht des Mannes". Es gebe mehrere Zeugen.

Von dem Vorfall habe sie eine Augapfel- sowie Jochbeinprellung, eine Gehirnerschütterung sowie Schrammen im Gesicht davongetragen. Sie leide nach wie vor an Schmerzen. Sie sei danach im Krankenhaus versorgt worden und habe bei der Polizei Anzeige erstattet. Seitens des ORF habe man sich bereits bei ihr entschuldigt. "Nach meiner Genesung bin ich gerne bereit, dass wir miteinander die Sache aufarbeiten", sagte die 72-Jährige.

Beschuldigter Redakteur: Im Reflex zurückgeschlagen

Herics betonte: "Es tut ihm sehr leid, er würde die Sache am liebsten ungeschehen machen." Die Aussagen zum Hergang des Geschehens würden divergieren. Der Redakteur habe angegeben, die Hand auf den besetzen Sessel gelegt zu haben, Perner habe sich dennoch darauf niedergesetzt. Die erste Ohrfeige sei von der 72-Jährigen gekommen, der ORF-Mitarbeiter habe im Reflex zurückgeschlagen.

Der beschuldigte Redakteur ist laut Herics ein Angestellter und seit mehr als zehn Jahren beim ORF Burgenland tätig. Er sei bisher noch nie aufgefallen. Nach dem Vorfall habe der Mann Schmerzen in der Wange verspürt.

Laut Wirtschaftskammer Burgenland war der Festsaal zum Zeitpunkt des Vorfalls mit etwa 200 Gästen gefüllt. Perner habe danach trotz Verletzung ihren Vortrag gehalten.