Erstellt am 22. Juli 2016, 11:11

Wie entstehen eigentlich Erdbeben?. Wolfgang Lenhardt, Leiter der Abteilung Geophysik Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), zu einer Frage von Pauline Lang und Sonja Wiesinger.

Wolfgang Lenhardt  |  ZAMG

Erdbeben entstehen meistens durch eine plötzliche Verschiebung von Erdplatten entlang einer bereits existierenden Bruchzone. Eine Bruchzone kann eine Plattengrenze sein – oder ein Bruch im Inneren einer Platte. Die meisten und die stärksten Erdbeben treten vor allem an den Plattengrenzen auf, wo eine Platte unter die andere abtaucht (zum Beispiel Alaska, Japan, Chile, Indonesien).

Wenn der Reibungswiderstand gegen den durch die Platten übertragenen Druck entlang einer Bruchzone überschritten wird, dann kommt es zu einer plötzlichen Verschiebung, die einen Spannungsabbau bewirkt und sich als Erdbeben äußert. Ein Großteil der zur Verfügung stehenden Energie wird als Reibungswärme freigesetzt und nur ein kleiner Prozentsatz in seismische Energie umgewandelt, die sich in Form von wellenförmigen Schwingungen in alle Richtungen ausbreitet.

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