Erstellt am 23. Mai 2017, 01:22

von Christine Haiderer

Nach dem Trauma.... Ein Schädel-Hirn-Trauma ist ein schwerer Schlag. Aber auch Positives können Betroffene und Angehörige erleben.

Ein Schädel-Hirn-Trauma, wie auch Schlaganfall oder Gehirnblutung haben mehr als nur körperliche Folgen. Manche Betroffene finden Wege, damit umzugehen.  |  StockPhotosArt /Shutterstock.com

„Vor 25 Jahren hatte ich einen schweren Autounfall“, erinnert sich Sigrid Kundela, Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft für Schädel-Hirn-Trauma.

Schädelhirntrauma. Sehschwäche. Konzentrationsmangel. Weder Beruf noch Hobby waren möglich. Tiefschlaf, Rollstuhl, Lähmungen, ein verändertes Verhalten, Reden, Sehen, Hören … „Im Anschluss an ein Schädel-Hirn-Trauma wird man als Betroffener zu einem anderen, neuen Mitglied der Gesellschaft mit neuen Eigenschaften, das sich einen neuen Platz sucht und das auch für die Umgebung eine Neuplatzierung bedeutet“, schreibt Nikolaus Steinhoff, Präsident der Gesellschaft, in „Fliegen mit geflickten Flügeln“ (Verlagshaus Hernals). Das Ausmaß der Verletzung ist unterschiedlich, wie auch die Werkzeuge, die dem Einzelnen bereitstehen, um damit umzugehen.

"Mut fassen und nie aufgeben"

„Es geht nicht darum, wie der Unfall passiert ist. Es geht darum, was man aus seinem Leben machen kann“, so Kundela. Sie schrieb ein Buch, gründete eine Selbsthilfegruppe und begann, Geschichten von anderen Betroffenen und ihren Angehörigen zu sammeln. Unter anderem auch von 21 Menschen aus Niederösterreich.

„Mut fassen und nie aufgeben!“, schreibt einer von ihnen. „Egal was passiert im Leben und egal, wer mir zur Seite steht, ich selbst bin dafür verantwortlich, was ich schaffe oder womit ich mich zufriedengebe“, betont ein anderer. Bei manchen geht es darum, wieder sprechen zu lernen, bei manchen, wieder gehen zu lernen, andere freuen sich über ihren Abschluss, ihren Führerschein oder ein selbstständiges Leben, über schöne Momente … in den „Geschichten über positive Erfahrungen nach einem Schädel-Hirn-Trauma“. www.trauma-austria.org