Erstellt am 20. Oktober 2016, 09:00

von NÖN Redaktion und Thomas Jorda

Fromme Taten machen sich bezahlt.

Alte Bilderuhr mit der Darstellung nach Schillers Ballade. Öl auf Blech, 19. Jahrhundert.  |  NOEN, Dorotheum

Letzter Staufer.

Das Interregnum, also „die schreckliche, kaiserlose Zeit“, hatte 1250 mit dem Tod von Friedrich II, dem letzten Kaiser aus dem Geschlecht der Staufer, begonnen. Friedrich, der das Castel del Monte in Apulien errichten ließ, war umstritten. Papst & Co. schmähten ihn als Bestie der Apokalypse, Anhängern galt er als „Staunen der Welt“.

Erster Habsburger.

Mit ihm endete das Hochmittelalter, und erst 1273 bekam das Heilige Römische Reich mit dem Grafen Rudolf von Habsburg wieder einen aktiven König. Warum die Wahl der Kurfürsten auf ihn fiel? Die einen sagen, weil man einen wenig mächtigen Herrscher wollte, andere meinen, dass die Habsburger damals bereits eine kräftige Dynastie waren und die Wahl deshalb auf Rudolf fiel.

Fromme Tat.

Die schönste Erklärung findet sich in einer Chronik des 13. Jahrhunderts, aus der Friedrich Schiller 1803 seine letzte Ballade, „Der Graf von Habsburg“, drechselte. Rudolf traf auf der Jagd einen Priester, der einem Sterbenden die Sakramente bringen wollte – und schenkte ihm sein Pferd, damit er einen reißenden Bach überqueren konnte. Der Priester wurde später Kaplan beim Erzbischof von Mainz, einem der Kurfürsten. Und der setzte sich mit aller Kraft für die Wahl Rudolfs ein.